Opendata Network und KT zu Guttenberg

Die Nachrichtenagentur dapd hat gestern (18. Januar 2012) einen kleinen Artikel über das geplante Gespräch des Berliner Angehörigen der Piratenpartei Stephan Urbach mit dem neuen EU-Berater für Netzfreiheit Karl-Theodor zu Guttenberg verbreitet. Unter der Überschrift „EU-Berater Guttenberg und Internet-Szene nähern sich an“ wurde neben Zitaten aus dem Blog von Stephan Urbach auch ich als Vorsitzender des ODN im folgenden Zusammenhang zitiert:

“Unterdessen zeigte sich auch das deutsche Open Data Network zu Gesprächen bereit. Dessen Vorsitzender Stefan Gehrke hatte im Dezember noch moniert, Guttenberg sei in der Vergangenheit nicht gerade als Netz- oder Menschenrechtspolitiker aktiv gewesen. Ein Treffen wolle er aber nicht ausschlagen, sagte Gehrke am Mittwoch: “Uns geht es darum, die Sache voranzubringen, und das sollte man mit den Menschen besprechen, die für die Themen zuständig sind.”

Ich möchte dazu ein paar Dinge klarstellen, um Missverständnissen oder Fehlinterpretationen (die schon die Runde machen) vorzubeugen:

Es gibt kein Treffen zwischen Vertretern des ODN mit Karl-Theodor zu Guttenberg und dieses ist auch nicht geplant. Die Frage von dapd lautete:

„Wie seht ihr im Open Data Network das denn: Müsst, wollt und werdet ihr mit KTG ins Gespräch kommen – von allen Vorbehalten zu seiner Personalie abgesehen?“

Meine schrifltiche Antwort an dapd lautete:

“Bis jetzt hat das Opendata Network noch keine Gesprächsanfrage von Herrn zu Guttenberg erhalten. Wenn sie käme, würden wir sie selbstverständlich annehmen. Uns geht es darum, die Sache voranzubringen, und das sollte man mit den Menschen besprechen, die für die Themen zuständig sind. Das ist für die EU nun unter anderen auch Herr zu Guttenberg. Im Gegenteil freuen wir uns darüber, wenn unsere Expertise auch von Politikern gefragt ist.”

Dazu stehe ich natürlich weiterhin. Das ODN versteht sich als eine überparteiliche Beratungsorganisation für Politik und Verwaltung, die die Diskussion um offene Daten, Transparenz, Open Government und Partizipation weiterbringt und diese kritisch beobachtet und kommentiert. In diesem Sinne halte ich es für notwendig, dass wir offen für Gespräche mit allen relevanten Stakeholdern sind. Das ist nun auch als ein weiterer unter vielen Herr zu Guttenberg. Zugegeben, er hat zur Zeit einen zweifelhaften Leumund und seine Expertise in den o.g. Themen ist mir auch noch nicht klar. Aber falls es dazu kommen würde, würde ich es immer bevorzugen, mir ein eigenes Bild von der Person und seinen An- und Absichten zu machen. Dann kann man entscheiden, ob es eine weitere Zusammenarbeit gibt und wie diese aussehen könnte.

Aber sich von vornherein einem Gespräch verschließen, deckt sich nicht mit meinen Vorstellungen von Offenheit eines Netzwerks wie dem Opendata Network.

Machen wir doch Nägel mit Köpfen: Ich lade hiermit Karl-Theodor zu Guttenberg, Stephan Urbach und weitere dazu ein, auf einer öffentlichen Veranstaltung über die relevanten Themen zu diskutieren, sich den Fragen und Anregungen der Zuschauer und –hörer zu stellen und somit jedem die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild zu machen.

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Open Data Network mit neuem Vorstand

Am 26. Oktober 2011 haben sich die Mitglieder des Open Data Network e.V. zur Jahresversammlung 2010 getroffen. Dabei ging es unter anderen um die Tätigkeiten des ODN im vergangenen Jahr, um die Berichte des Kassenführers und der Kassenprüfer, die Wahl eines neuen Vorstands und eine Strategiediskussion.

Auf folgendes einigten sich die anwesenden Mitglieder:

  • Die Rolle des ODN als überparteilicher Beratungsorganisation für Politik und Verwaltung soll ausgebaut werden.
  • Die Anwesenden sehen die Rolle des ODN nach intensiver Diskussion in einer Art “Meta-Organisation”, die die Diskussionen um offene Daten und Transparenz weiterbringt und zwischen NGOs, Politik und Verwaltung kritisch beobachtet und kommentiert.
  • Das ODN soll weiterhin als (niedrigschwelliger) Ansprechpartner für alle Interessierten zur Verfügung stehen.
  • Das ODN versteht sich auch als Expertennetzwerk, das Fachleute – aus den eigenen Reihen und von außerhalb – vermittelt.

Die Diskussion über die exakte Ausrichtung wird der neue Vorstand in den kommenden Monaten mit den Mitgliedern führen.

Der bisherige Vorsitzende Daniel Dietrich ist nicht mehr zur Wahl des neuen Vorstands angetreten, bleibt aber dem Verein als aktives Mitglied treu. Die Mitglieder danken Daniel für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen zwei Jahren.

Zum neuen Vorsitzenden wurde der bisherige stv. Vorsitzende Stefan Gehrke gewählt. Er wird künftig vertreten von Christian Horchert (fukami). Um die finanziellen Dinge des Vereins wird sich Lavinia Steiner als Kassenführerin kümmern. Der neue Vorstand wird komplettiert durch die Beisitzer Klas Roggenkamp und Michael Hörz.

Kurze Hintergründe zu den Mitgliedern des neuen Vorstands:

Stefan Gehrke (Jahrgang 1965) ist Jurist und Journalist. Bevor er Anfang 2011 die politische Kommunikationsagentur “buero fuer neues denken” gründete, war er u.a. Geschäftsführer von pol-di.net /politik-digital.de. Sein Schwerpunkt im Themenfeld Open Data und Open Government ist die Beratung und Sensibilisierung von Behörden und politischen Akteuren. Twitter: @StefanGehrke

Christian Horchert / fukami (Jahrgang 1968) lebt in Bonn und arbeitet als IT-Sicherheitsberater bei der SektionEins GmbH. Sein Schwerpunkt imOpen Data-Umfeld liegt in der Beratung von Politik und Verwaltung sowie in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen und verschiedenen Projekten. Twitter: @fukami

Lavinia Steiner (Jahrgang 1985) lebt in Berlin und arbeitet als Steuerfachwirtin in einer Steuerkanzlei am Kurfürstendamm. Ihr Schwerpunkt im Open Data-Umfeld liegt in der Vermittlung des Themas Open Data und dessen Nutzen für kommunale Politik und Verwaltung. Als Stadträtin einer 60.000-Einwohner-Stadt in Baden-Württemberg setzte sich Lavinia Steiner über mehrere Jahre bei Verwaltungen und Verbänden für das Thema Open Data in kommunalen Bereichen ein. Twitter: @LaviniaSt

Klas Roggenkamp (Jahrgang 1977) ist seit Jahren im Bereich technisch vermittelter Kommunikation tätig, mit besonderem Fokus auf politischer Kommunikation. Bereits 2001 hat er das Konzept für die Online-Wahlhilfe Wahl-O-Mat erdacht. In den folgenden Jahren entwickelte und koordinierte er verschiedene politische Kampagnen und begleitende Online-Maßnahmen. Klas Roggenkamp ist seit Ende 2007 Mitinhaber der Agentur compuccino, die sich auf die Konzeption und Umsetzung content-intensiver Online-Angebote und -Tools spezialisiert hat. Twitter: @compuccino

Michael Hörz (Jahrgang 1973) lebt in Berlin und arbeitet als Online-Redakteur beim Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Sein Schwerpunkt liegt bei Open Data auf der journalistischen Verwendbarkeit und im Vermitteln, wem Daten wie nutzen können. Das bedeutet, viel mehr Menschen als den bisherigen Spezialisten offene Daten nahezubringen und sie im Umgang damit zu schulen. Twitter: @data_meining

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Mitgliederversammlung des Open Data Network am 26.10.2011

Ende August 2011 hat der Vereinsvorsitzende Daniel Dietrich zur Mitgliederversammlung des Open Data Network e.V. am 26. Oktober 2011 eingeladen. Sie findet statt um 19 Uhr in den Räumen des Büros für neues Denken, Prenzlauer Allee 217, 10405 Berlin.

Bei der Jahreshauptversammlung geht es unter anderem um den Tätigkeits- und den Kassenbericht für das Jahr 2010 und die Wahl des Vorstandes.

Bislang haben sich über die Mailingliste nur sehr wenige Mitglieder auf die Frage gemeldet haben, ob sie teilnehmen. Daher nun noch einmal die Bitte, eine kurze Anmelde-Mail an Stefan Gehrke zu schicken: gehrke (äht] buero-fuer-neues-denken.de

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Open Government Data Camp – 20. und 21. Oktober 2011

Ich möchte Euch ganz herzlich zum Open Government Data Camp #OGDCamp 2011 einladen! Das Open Government Data Camp findet am 20. und 21. Oktober in Warschau statt.

Das OGDCamp 2011 ist die Gelegenheit zum Austausch von Gedanken zu Technologie, Policy und Best Practice rund um Open Government Data. Das OGDCamp wird von der Open Knowledge Foundation in Zusammenarbeit mit über 20 Partnern organisiert. Wir erwarten etwa 400 Teilnehmer aus über 50 Ländern.

Das Programm wird in den nächsten Tagen veröffentlicht, eines sei aber hier schon verraten: wir haben eine Menge spannender Vorschläge erhalten und freuen uns sehr auf großartige Vorträge, Präsentationen und Workshops rund um die Themen Open Government, Open Data, Transparenz und Partizipation. Ganz besonders freue ich mich hier schon einige Keynotes ankündigen zu können:

  • Ellen Miller (Director Sunlight Foundation)
  • Andrew Stott (Former Director Transparency and Digital Engagement UK Gov)
  • Nigel Shadboldt (UK Transparency Board)
  • Rufus Pollock (Director Open Knowledge Foundation)

Vor und nach dem Camp wird es eine ganze Reihe von Satelliten-Events geben. Also insgesamt eine ganze Woche voller spannender Veranstaltungen. Mehr Infos zur Konferenz, Material und Testimonials vom letzten Jahr und bald auch das Programm gibt es auf www.ogdcamp.org

Hier geht’s zur Anmeldung: www.ogdcamp.org/register/

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Übersicht über verfügbare Open Data Tools

Open Data Tools - ScreenshotDas Open Data Network betreut ein neues kleines Projekt, eine englischsprachige Übersichtsseite über Tools, die im Rahmen von Open Data Verwendung finden können. Ähnlich wie bei dem vor einiger Zeit vorgestellten Open Data Showroom werden hierfür unter http://opendata-tools.org/ Webseiten mit Screenshot und kurzer Beschreibung vorgestellt, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind. So sammelt die Kategorie “Visualization” robuste und generisch anwendbare Visualisierungsframeworks, unter “Data” finden sich Werkzeuge zur Sammlung, Analyse und Speicherung größerer Datenmengen. In der Rubrik “Source Code” sind Quelltextrepositories zusammengetragen, die im Context von Open Data-Projekten von Programmierern als Basis für eigene Entwicklungen genutzt werden können. Die Kategorie “Information” gibt eine Übersicht über valide englischsprachige Open Data-Infoquellen.

Neue Einträge für opendata-tools.org können auf der zugehörigen Facebook-Seite oder per Mail vorgeschlagen werden (bitte nur englischsprachige Websites). Der Source Code zur Webseite (Python/Django) wird in einer generalisierten/konfigurierbaren Variante in einigen Tagen auf Github verfügbar sein. Aktualisierung: Jetzt verfügbar auf Github

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Projekt Open Government

Government 2.0, Open Government, Open Data. Schlagworten wie diesen begegnet man immer häufiger in Diskursen zur Zukunft von Politik, Staat und Verwaltung. Dass neben Wissenschaft, Wirtschaft und Netzgemeinschaft auch Akteuren aus Politik und Verwaltung diese Begriffe und Konzepte nicht fremd sind, zeigen zahlreiche Beispiele:

Die Stadt München veranstaltet den MOGDy (Münchner Tag der offenen Verwaltung); Berlin zeichnet die besten Applikationen aus, die mit offenen Daten der Stadt Berlin entwickelt werden; die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs strebt laut Koalitionsvertrag eine weitgehende Öffnung von Daten und Dokumenten der öffentlichen Verwaltung an; und das Land Brandenburg lädt seine Bürger mit dem Märker Brandenburg ein, die eigene Kommune bei der Aufgabenerfüllung zu unterstützen.

Diese Liste mit Beispielen von der Kommunal- und Landesebene ließe sich noch weiter fortführen. Doch auch auf Bundesebene gibt es erste Versuche, die Meinungen und Wünsche der Bürger in politische Entscheidungsfindungsprozesse einzubinden wie Dialogformate wie Dialog Nachhaltigkeit oder Perspektiven deutscher Netzpolitik zeigen.

Diverse Studien und Umfragen belegen jedoch, dass sich die deutschen Bürger ein Mehr an Transparenz, Partizipation und Kollaboration, also eine (weitere) Öffnung von Staat und Verwaltung, wünschen. Und auch im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland beim Thema Open Government nicht unbedingt zu den Vorreitern zu zählen ist. Hier haben insbesondere die angelsächsischen Länder wie die USA und England in den vergangenen Jahren deutlich größere Anstrengungen unternommen.

Mitte vergangenen Jahres hat die Bundesregierung auf die Forderungen diverser gesellschaftlicher Gruppen und internationale Entwicklungen reagiert und mit dem Projekt Open Government unter der Federführung des Bundesinnenministeriums ein Vorhaben gestartet, das in Zusammenarbeit mit den anderen Bundesministerien eine gemeinsame Strategie für ein offenes Regierungshandeln erarbeiten und umsetzen soll. Neben einer Vernetzung der bereits vorhandenen Strukturen, hat sich das Projekt primär zum Ziel gesetzt, einen Zugang zu den Daten des öffentlichen Sektors von Bund, Ländern und Kommunen (Open Government Data) zu ermöglichen.

Verhandeln, diskutieren, überzeugen

Dass solch ein Unterfangen aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Interessen bei den diversen Akteuren, der föderalen Struktur und auch aufgrund der Komplexität der Thematik kein einfaches werden würde, war schon zu Projektstart deutlich. Daher wurde schon früh der Dialog gesucht und für Unterstützung geworben:

Mit den Bundesressorts wurden gemeinsam konkrete Ziele definiert und eine Strategie zur Umsetzung erarbeitet. Vertreter der Bundesländer werden im Sinne einer ebenenübergreifenden Zusammenarbeit kontinuierlich in die konzeptionelle und inhaltliche Ausgestaltung des Projekts einbezogen.

Von Anfang an wurde außerdem versucht, mit den diversen gesellschaftlichen Gruppen in Kontakt zu treten, um die unterschiedlichen Sichtweisen und Anregungen zu berücksichtigen. Neben den Vertretern von Politik und Verwaltung stammen diese Akteure aus allen Sektoren und Bereichen wie Universitäten, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Interessensvertretungen, den Medien und der Wirtschaft. Mit den Vertretern der Netzgemeinschaft gibt es einen regelmäßigen Austausch.

Neue Wege gehen

Die breite Einbindung gesellschaftlicher Gruppen hat neben dem Versuch eines möglichst offenen und partizipativen Ansatzes bei der Umsetzung des Projekts einen weiteren mindestens ebenso wichtigen Grund: Da das Thema Open Government (noch) nicht über jene politische Aufmerksamkeit verfügt wie dies zum Beispiel in den USA oder England der Fall ist und somit auch nicht über vergleichbare finanzielle und personelle Ressourcen verfügt, wurde von Beginn der Versuch unternommen, durch diverse Formen der Kooperation, die „Lasten“ auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ein gutes Beispiel für eine innovative Zusammenarbeit und gleichzeitig ein wichtiger Baustein des Projekts stellt der Open Data Apps Wettbewerb dar. Drei Vereine der Open Data-Bewegung (Government 2.0 Netzwerk, Open Data Network und Open Knowledge Foundation Deutschland) organisieren mit Unterstützung durch den IT-Branchenverband BITKOM und unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers diesen Wettbewerb, der den vielfältigen Nutzen von Open Data anhand von praktischen Beispielen verdeutlichen soll. Das Projekt Open Government sieht sich hierbei als Initiator und stellt die Schnittstelle dar zwischen den Organisatoren des Wettbewerbs und denjenigen Stellen der öffentlichen Verwaltung, die sich bereit erklären, Datensätze für den Wettbewerb zur Verfügung zu stellen. Hierbei macht sich die enge Abstimmung mit den Vertretern der anderen Bundesministerien und der Bundesländer sowie der kommunalen Spitzenverbände in den jeweiligen Gremien bezahlt.

Der Start des Wettbewerbs ist am 08. November 2011. Die Gewinner werden auf der CeBIT im März 2012 gekürt. Informationen zum Ablauf, den Teilnahmebedingungen, Gewinnkategorien und Preisen gibt es unter: http://www.apps4deutschland.de/

Open Government Plattform

Ein zentrales Anliegen des Projekts liegt in der Vernetzung der bestehenden Angebote bei Bund, Ländern und Kommunen, um den Bürgern aber auch der Wirtschaft, der Wissenschaft und nicht zuletzt der Verwaltung, einen zentralen Einstiegspunkt für das Thema Open Government zu ermöglichen. Hierzu ist die Einrichtung einer ebenenübergreifenden „Open Government Plattform“ geplant. Neben der Bereitstellung von Informationen zu den unterschiedlichen Themenbereichen von Open Government, der Auflistung der diversen Initiativen und Vorhaben, die es bundesweit bereits gibt und dem Austausch mit den Nutzern über die Konzepte und Inhalte der bevorstehenden Maßnahmen, sollen mit Hilfe der Plattform insbesondere Daten der öffentlichen Verwaltung im Sinne von Open Data zugänglich gemacht werden.

Ein Prototyp der Plattform wird im Laufe des kommenden Jahres entwickelt werden und anschließend online gehen.

Was bringt die Zukunft?

Das Projekt Open Government verfügt gegenüber vergleichbaren Vorhaben in den USA und England über weit weniger finanzielle und personelle Ressourcen. Daher gilt es sich immerzu die Frage zu stellen, wie Aufgaben effizient zu bewältigen und wo inhaltliche Schwerpunkte zu setzen sind.

Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren hat sich hierbei bislang als effektive aber teilweise auch durchaus zeitaufwendige Herangehensweise herausgestellt. Da sich eine grundlegende politische Neuausrichtung zu dem Thema derzeit nicht abzeichnet, gilt es diesen pragmatischen Ansatz weiter auszubauen und insbesondere mit jenen Akteuren zusammenzuarbeiten, die ein Interesse an der Beförderung von Open Government in Deutschland haben. Vergegenwärtigt man sich die umfassenden Umwälzungen, die ein konsequentes Streben nach Open Government auf lange Frist mit sich bringen könnten (nämlich eine weitgehende Öffnung von Staat und Verwaltung bis hin zu einem grundlegend neuen Verständnis von Regierung und Verwaltung im Sinne von Tim O’Reilly’s „Government as a Plattform“) hat ein Projekt der Bundesregierung auch die Aufgabe, neben den Chancen auch die Risiken genau zu betrachten. Vielen Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung fehlt es oftmals an Informationen und Kenntnissen über Open Government und Open Data und somit das Verständnis für die Thematik. Daher müssen insbesondere die Mitarbeiter der Verwaltung in den Dialog einbezogen und ihre Zweifel und Bedenken ernstgenommen werden.

Nachdem sich das Projekt bislang schwerpunktmäßig auf die strategische und konzeptionelle Arbeit konzentriert hat, gilt es nun auch neben den bereits eingebundenen Akteuren, allen Bürgerinnen und Bürgern, die Möglichkeit zu geben, sich über das Thema zu informieren, die Fortschritte des Projekts zu verfolgen und sich mit Ideen und Anregungen einzubringen. Ein erster Schritt hierzu ist mit der Veröffentlichung der Meilensteinplanung und dem Umsetzungsstand zum Projekt Open Government des Regierungsprogramms getan. Weitere Möglichkeiten zur Information und Teilhabe werden mit dem Open Data Apps-Wettbewerb sowie der Realisierung der Open Government Plattform folgen.

Der Autor Andreas Pawelke war von Dezember 2010 bis Juni 2011 für das Projekt Open Government des Referats O1 im Bundesministerium des Innern tätig und ist unter apawelke[at]gmail.com zu erreichen. Bei Fragen und Anregungen zu dem Projekt können Sie sich gerne an das Referat O 1 unter O1[at]bmi.bund.de wenden.

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White Paper: Plädoyer für eine Open-Government-Offensive in Deutschland

Es ist mal wieder soweit: Es gibt ein weiteres Whitepaper zum Thema Open Government, diesmal von Bearing Point. Aus der Einleitung:

Open Data und Open Government sind aktuell in aller Munde, jedoch lässt die Entwicklung zu einem gemeinsamen Verständnis und zur praktischen Umsetzung auf sich warten. Das wesentliche Ziel von Open Government ist die Öffnung von Politik und Verwaltung gegenüber Bürgern und Wirtschaft, die Umsetzung fokussiert auf drei Leitgedanken:
  • Transparenz, um die Motive staatlichen Handelns nachvollziehbar zu machen,
  • Kooperation von staatlichen Stellen mit Bürgern und Wirtschaft im Sinne einer wirklichen Zusammenarbeit und
  • Partizipation, d.h. die konkrete Mitwirkung von Bürgern, Wirtschaft und Gesellschaft bei staatlichen (Entscheidungs-)Prozessen.
Open Government ist ein zeitgemäßer, ganzheitlich strategischer Ansatz, der Politik, Verwaltung und Gesellschaft viele Vorteile bietet. Nicht umsonst ist Open Government bereits Teil von Regierungsprogrammen und Thema im IT-Planungsrat von Bund und Ländern.

Das ist natürlich alles nicht wirklich neu oder innovativ. Auch der in Abschnitt 6. formulierte “Praktischer Open Government-Fahrplan für Deutschland” kommt einem irgendwie bekannt vor. Dort werden folgende 4 Handlungsansätze empfohlen:


  • Positionspapier bzw. Strategie „Open Government“
  • Ein Positionspapier, eine Strategie oder eine Erklärung hat eine initiale Botschaft und erreicht oft hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Die hierdurch kommunizierte Position zum Thema Open Government dient der Eröffnung des Dialogs mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren und definiert den weiteren Handlungsrahmen.
  • Mobilisierung von internen „Change Agents“
  • Im ersten Schritt muss verwaltungsinternes Potenzial genutzt und ausgebaut werden. Verwaltungsmitarbeiter sollen ggf. an Web 2.0 herangeführt oder zum Projekteinsatz motiviert werden. Dieser Schritt zeigt der Öffentlichkeit konkrete Handlungsbereitschaft. Spürbare Veränderungen durch die interne Mobilisierung sind jedoch eher mittelfristig zu erwarten.
  • Offener Dialog zur Open Data-Initiative
  • Zur Vorbereitung und Initiierung einer nationalen Open Data-Initiative bzw. einer Initiative auf Landes- oder kommunaler Ebene sollte die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren (Wissenschaft, Wirtschaft, NGOs, Initiativen etc.) aufgenommen werden. Gemeinsam können erste Maßnahmen zur Bereitstellung öffentlicher Daten identifiziert, auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und geplant werden. Dabei sollte eine nachhaltige Zusammenarbeit und die Etablierung eines regelmäßigen Austauschs angestrebt werden.
  • Apps-Wettbewerb, z.B. “Apps for Democracy”
  • In einen öffentlichen Programmierwettbewerb können zivilgesellschaftliche Akteure und Experten aus Wissenschaft oder Wirtschaft eingebunden und eine übergreifende Zusammenarbeit etabliert werden. Dieses Vorgehen hat sich international bewährt. Das zu erwartende Engagement im Wettbewerb führt innerhalb kurzer Zeit zur Entwicklung kostengünstiger und moderner Software für Verwaltungsthemen. Anwendungsentwicklungen (Apps) sollen die Visualisierung und Auswertung der im Zuge von Open Data veröffentlichten Daten ermöglichen und somit Mehrwert schaffen. Zudem wird nachhaltig hohe Aufmerksamkeit erzeugt.

    Das White paper kann hier herunter geladen werden.

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    Kleine Anfrage zu Open Data in Hamburg

    Wie gestern in der Einladung zum Opendata-Abend in Hamburg am 30. August erwähnt, hat Hansjörg Schmidt von der SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft eine Kleine Anfrage zu Open Data in Hamburg gestellt. Die Antwort des Senats ist jetzt online, zudem hat Hansjörg die Antwort ausführlich kommentiert.

    Sein Fazit: Auch wenn es bereits vieles gibt, dass in Verwaltung und Politik der Stadt online bereit gestellt wird, sind die wenigsten Dinge davon Rohdaten in maschienenlesbarer Form. Einige interessante, konkrete Beispiele gibt es dennoch, wo bereits Rohdaten zur Verfügung gestellt werden. Neben Daten des Statistikamts Nord sind das beispielsweise Informationen zur Luft- und Wassergüte der Stadt, Dokumente des Hamburgischen Krebsregister zu Zahlen und Raten der Krebserkrankungen oder Daten der Schulbehörde zur Schullandschaft.

    Dass Open Data in Hamburg deutlich an Fahrt aufnimmt wird übrigens noch durch einen weiteren Termin deutlich: Am 25. August 2011 veranstaltet die IHK Hamburg das 1. Norddeutsches E-Government-Symposium, das sich mit Open Data und Open Government im wirtschaftlichen Kontext beschäftigen wird.

    Alles in Allem zeigt sich, dass in Hamburg zu dem Thema viel in Bewegung ist und man darf gespannt sein, was dazu in den nächsten Monaten noch passieren wird.

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    Opendata-Abend in Hamburg am 30.8.

    Vor ein paar Wochen ist in einem Beitrag im Blog des Government 2.0 Netzwerk Deutschland bereits vermeldet worden, dass Hamburgs Dornröschenschlaf zum Thema Open Government und Open Data ein Ende haben könnte. Das Bewusstsein für „Open-Themen“ wächst auch an Elbe und Alster. So greift als aktuelles Beispiel eine Kleine Anfrage zu Open Data des SPD-Abgeordneten Hansjörg Schmidt (Drucksache 20/1202) das Thema auf.

    Nun wollen wir die Perspektiven von Open Data / Open Government  in und für Hamburg in einer Abendveranstaltung zusammen mit Interessierten, potenziellen Akteuren und Mitstreitern weiter vertiefen: Gemeinsam laden der Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V.  und Open Data Network e. V. am 30.8.2011 in Hamburg zu einem Opendata-Abend ein.

    Geplant sind kurze Impulsvorträge zu Teilaspekten von Open Data und ein Blick nach Bremen, von dessen „Open Government Data“-Strategie Hamburg vielleicht lernen kann. Anschließend Diskussion mit Referenten und Teilnehmern. Interaktion ist sehr erwünscht, denn Ziel der Veranstaltung ist, auszuloten, ob regelmäßige interdisziplinäre Gesprächskreise Einführung und Umsetzung von Open Government / Open Data-Strategien in Hamburg perspektivisch unterstützen können. So könnte sich ein Hamburger Open Data-Kreis mit offenen Fragen beschäftigen: zum Beispiel zu Datenschutz oder zu verwaltungsrechtlichen und technischen Aspekten. Nicht zu vergessen: der für die Umsetzung von Öffnungs-Strategien notwendige Kulturwandel in der Verwaltung.

    Claas Hanken wird einen Impulsvortrag über die Weiterentwicklung der gesetzlich verankerten Informationsfreiheit hin zu Open Data halten, illustriert am Bremer Beispiel. Hanken ist ehemaliger Mitarbeiter des Instituts für Informationsmanagement Bremen GmbH (Ifib). Das ifib hat Bremen bei der Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes und der Implementierung einer Open Government Data-Strategie wissenschaftlich begleitet.

    Den zweiten Impulsvortrag zu eher technischen Fragestellungen wird Friedrich Lindenberg halten. Friedrich ist Vorstandsmitglied der Open Knowledge Foundation Deutschland und verantwortlich für verschiedene Open Data-Anwendungen, wie zum Beispiel das Projekt „Offener Haushalt“ und auch sonst ist er als ein umtriebiger Aktivposten in Sachen Open Data bekannt.

    Der Open Data-Abend findet statt am Dienstag, den 30.8.2011. Beginn ist um 19.30 Uhr, Veranstaltungsort ist das betahaus Hamburg, Lerchenstraße 28a, 22767 Hamburg.

    Weitere Informationen beim betahaus Hamburg: http://hamburg.betahaus.de/2011/08/07/open-data-und-informationsfreiheitsgesetz-in-hamburg/

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    Open Government Camp vom 29. bis 30. September 2011

    Ideen für einen offenen Staat / Open Government Camp vom 29. bis 30. September 2011 in Berlin / Von Government 2.0 zu Open Government

    Einige „Pioniere“ haben bereits Erfahrungen mit Aktivitäten in sozialen Netzwerken, Online-Bürgerhaushalten, Service Apps oder Open Data Projekten gesammelt. Andere zögern noch, weil ihnen die richtige Idee fehlt oder zu viele Fragen für sie offen sind: Was kann ich tun? Was machen andere schon? Welche Ressourcen und Prozesse sind notwendig? Wie sag ich’s meinem Chef? Werden die Bürger das wirklich nutzen?

    Das Open Government Camp als Plattform

    Das Government 2.0 Netzwerk Deutschland, unterstützt von Verwaltungen aus Bund und Ländern, NGOs, wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen, lädt alle Interessierten vom 29. bis 30. September 2011 zum “Open Government Camp 2011″ ein. Das Open Government Camp ist eine Plattform für Experten und Laien, für Geeks und für Analoge, für alle, die Lust haben mit uns gemeinsam Politik und Verwaltung moderner, interaktiver und transparenter zu machen. Auf der Konferenz sollen Praktiker und Theoretiker, Enthusiasten und Skeptiker, Fachleute und Interessierte aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht und zum Ideen- und Erfahrungsaustausch über Open Data, Beteiligung und Zusammenarbeit angeregt werden.

    Motivation

    Wir vom Government 2.0 Netzwerk organisieren unsere Konferenz wieder in Form eines BarCamps, d.h. als Mitmachkonferenz, bei der jeder einen Workshop vorschlagen kann. Wir wollen damit auch in diesem Jahr eine Plattform bieten, um Akteure zu vernetzen, erfolgreiche Praxisbeispiele aus dem In- und Ausland zu präsentieren, Möglichkeiten der Umsetzung zu diskutieren und konkrete Projekte anzustoßen.

    Was haben wir vor?

    Der Event startet am Abend des 29. September 2011 mit einem “Stammtischgespräch” zum Thema “Von Government 2.0 zu Open Government”. Auf dem Panel sitzen und zur Diskussion mit den Teilnehmern bereit stehen: die Netzpolitiker und Mitglieder des Bundestages Dorothee Bär und Konstantin von Notz, der Vorsitzende des IT-Planungsrats und Amtschef des Innenministeriums Baden-Württemberg Herbert Zinell, der im Land Bremen für Neue Medien zuständige Referatsleiter Martin Hagen sowie der Unternehmer Oliver Kühn (skobbler).

    Der folgende Tag beginnt mit einer Keynote von Birgitta Jonsdottir, Mitglied des Isländischen Parlamentes und Aktivistin für die Icelandic Modern Media Initiative (IMMI) zur Schaffung eines Freihafens für Informationen. Im anschließenden BarCamp können die Teilnehmer selbst Themen vorschlagen und Workshops anbieten. In den ca. 20 Sessions wird es um die Nutzung des interaktiven Webs zur Modernisierung von Prozessen, Services, Kommunikation und um neue Formen der Zusammenarbeit von Gesellschaft, Politik und Verwaltung gehen. Ein neu hinzugekommener Schwerpunkt ist das Thema Visualisierung von offenen Daten, dazu wird u.a. ein finnischer Experte einen Workshop anbieten.

    Von Government 2.0 zu Open Government

    Nach den Erfolgen des “Government 2.0 Camps” in den letzten Jahren findet die Konferenz bereits zum dritten Mal statt. Während in der Vergangenheit der Einsatz von Werkzeugen des Web 2.0 in den Fokus des Camps gestellt wurde, ändert sich in diesem Jahr der Blickwinkel. Nunmehr sollen neben den technischen und methodischen Dimensionen vor allem die politischen und gesellschaftlichen Aspekte des offenen Regierungshandelns stärker in den Vordergrund treten: Durch mehr Transparenz und Zusammenwirken kann das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen gestärkt und die Servicequalität erhöht werden. Vielfältige Interaktionsmöglichkeiten beschleunigen den Dialog und erlauben die Einbindung unterschiedlichster Akteure innerhalb und zwischen den Verwaltungen, aber auch im Außenverhältnis. Social Media erweitern die etablierten Mechanismen des gesellschaftlichen und politischen Diskurses. Alle diese Potenziale können jedoch nur umgesetzt werden, wenn in Verwaltung und Politik ein Kulturwandel einsetzt – hin zu mehr Offenheit und Transparenz.

    Diese Entwicklungen haben das Government 2.0 Netzwerk veranlasst, auch den Namen des Camps zu ändern: Statt Government 2.0 Camp heißt es ab 2011 Open Government Camp.

    Die Organisatoren

    Der Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. setzt sich gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren dafür ein, durch Vernetzung von Experten und Interessierten sowie durch Informationsarbeit zu Best Practices die Entwicklung hin zu einem Open Government mit mehr Partizipation, Transparenz und Kollaboration auf Basis von „Web 2.0-Methoden“ zu beschleunigen.

    Wo treffen wir uns?

    Das Open Government Camp findet am 29. September 2011 ab 18:30 Uhr in der Bayerischen Vertretung, Behrenstraße 21/22, 10117 Berlin und am 30. September 2011 von 9 bis 17 Uhr in der Bertelsmann Stiftung, Unter den Linden 1, 10117 Berlin statt.

    Die Organisatoren des Camps

    Das Open Government Camp wird ehrenamtlich von Enthusiasten organisiert, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen – aus Unternehmen, aus Nichtregierungsorganisationen, aus Verwaltungen, aus Verbänden und aus wissenschaftlichen Einrichtungen. Uns allen gemeinsam ist die Überzeugung, dass die Nutzung von Web 2.0 im öffentlichen Sektor nicht nur zeitgemäß sondern auch zukunftsweisend ist.

    Nähere Infos und Anmeldung zum Camp unter www.gov20.de

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