Die fünf Sterne von Linked Open Data

Sir Tim Berners-Lee hat auf der Gov 2.0 Expo ende Mai in Washington einen Vortrag über Linked Open Data gehalten. Dieser großartige Vordenker und Erfinder des www wirkt manchmal in seinen Präsentationen ein bisschen unbeholfen. Das schöne an diesem Vortrag ist der Vorschlag mit den 5 Sternen zur Bewertung der “Offenheit” von offenen Daten.

make your stuff available on the web (whatever format)
★★ make it available as structured data (e.g. excel instead of image scan of a table)
★★★ non-proprietary format (e.g. csv instead of excel)
★★★★ use URLs to identify things, so that people can point at your stuff
★★★★★ link your data to other people’s data to provide context

Ok – hier geht es um “Linked Data”, aber die Idee mit den fünf Sternen lässt sich auch auf Open Government Data übertragen. Ich habe gerade in den letzen Tagen darüber nachgedacht ein mini How-To für deutsche Behörden zu schreiben, wie diese ihre Datenbestände öffnen können. Ein solches Projekt sollte eine Checkliste haben, anhand derer erstmal der Ist-Zustand der Daten hinsichtlich der “Offenheit” überprüft werden kann. Dafür eignet sich eine solche “fünf Sterne”-Logik sehr gut, finde ich. In einem zweiten Teil sollte das mini How-To dann konkrete Handlungsempfehlung geben wie die Behörden ihre Daten weiter öffnen kann. Hmm… ich finde so etwas sollten wir machen. Mehr dazu bald auf der Mailingliste.

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OSCON 2010

Diese Woche war die OSCON 2010 wie jedes Jahr waren wieder viele interessante Leute da, viele interessante Projekte und viele großartige Vorträge. Wie jedes Jahr war ich nicht dabei. Irgendwann muss ich wirklich mal ein Jahr in den USA leben und zu all diesen coolen Konferenzen gehen. Naja, immerhin konnte man auch aus der Ferne folgen und viele gute  Vorträge nachlesen und Videos ansehen. Hier meine Favoriten. Zuerst natürlich die Rede von Tim O’Reilly:

Thinking Hard About the Future

Is Your Data Free? from Stormy Peters (GNOME Foundation)
Presentation: Is Your Data Free_ Presentation [PDF]

We worried about making sure we had free and open source software to use, we worried about privacy, we worried about user rights. And then we handed the keys to our data to “free” web services. How can we ensure that our data is in the hands of web services that will respect our rights? How can free and open source software ideals be applied to web services?

Open Government – San Francisco from  Dave Geller (City and County of San Francisco)
Presentations: Open Government – San Francisco Presentation [ODP],
Open Government – San Francisco Presentation 1 [PPT]

In this session members of the Emerging Technologies group for the City and County of San Francisco will discuss open government and open source initiatives enacted in 2009/2010.

Open Identity for Open Government from Don Thibeau (OpenID Foundation)
Presentation: Open Identity for Open Government Presentation [PPTX]

Citizen involvement via online interactions requires trust: trust by citizens that their identity data is protected by government websites, and trust by government websites that private data is accessed only by the citizen. This talk describes the Open Identity Framework created to meet government certification requirements while meeting the privacy requirements of citizens and private industry.

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  • Open Data Projekte - mitmachen! Open Data Projekte - mitmachen! Open Data Projekte - mitmachen!

ODN Projekte – eine Skizze

P = Prototyp, K = Konzept, I = Infrastruktur, M = Mashup, Gov = Beteiligung von Regierungsseite

Wie jeden Mittwoch treffen sich ein paar Open-Data-Enthusiasten im Betahaus in Berlin zum Arbeitskreis Open Data & Open Knowledge. Diesen Mittwoch wollten wir uns eigentlich in Vorbereitung für das nächste Everything Open Meeting am 5. August und den nächsten Open Data Hackday am 7./8. August mit Berliner Datenquellen beschäftigen. Aber dazu kam es nicht. Stattdessen haben wir einmal versucht einen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten und Projekte zu visualisieren, die im Umfeld des Open Data Network laufen oder geplant sind (siehe Grafik oben).

Es sind schon eine ganze Menge an interessanten Projekten die da gerade am entstehen sind. Diese Infografik ist eine Momentaufnahme, ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Verhältnismässigkeit. Viel interessanter als die Grafik waren die Diskussionen die sich an das gemeinsame “brain storming” anschlossen. Zum Beispiel hinsichtlich der Ausrichtung und der Verbindungen der einzelnenProjekte.

Am Nachmittag hatten wir dann Christian Heise und Tobias Escher, die Entwickler von “meine Demokratie” eingeladen, um uns einen Einblick hinter die Kulissen dieses ambitionierten Projektes zu geben, das – nach mehreren Verzögerungen – doch dieses Jahr online gehen wird. Vielleicht auch mit etwas Hilfe der im ODN versammelten Kompetenzen.

Alles in allem ein wirklich guter Arbeitstag: Ihr seid alle eingeladen nächstes mal dabei zu sein: Jeden Mittwoch, von 10 bis 16 Uhr in Berlin im Betahaus.

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Russisches Open Data Projekt zu öffentlichen Ausgaben

Ivan Begtin hat ein neues russisches Open Data Projekt “RosGosZatraty” vorgestellt: ist eine Webseite die den russischen Staatshaushalt analysiert und darstellt. Aus der Projektbeschreibung von http://www.rosspending.ru
RosGosZatraty – a project of monitoring of public expenditure on the basis of publicly available data. To date, the system booted information on all government contracts on a public part of the state budget from 2007 to 2009. We are preparing for loading data for 2010.

Draft RosGosZatraty created for analysis and monitoring of public expenditures in the Russian Federation. The project will combine data of the next level:

  • Government contracts under the federal budget
  • Government contracts account for regional budgets
  • Municipal contracts
  • Government grants
The project is based only on open and publicly available data disclosed by public authorities and commercial organizations in its activities. Ivan Begtin is a russian e-Gov evangelist and public spending specialist and is the project manager of this project. On the OKFNs Open Government Data working group mailing list he wrote:
This project was initiated by Institute of Contemporary Development and launched publicly 2 days ago during “Tver economic forum”. It includes information about 1 400 000 federal contracts, about 210 000 contracts of regional governments. Information about more than 260 000 suppliers and 26 000 customers. It’s all based on public open data about russian spending which being disclosed last 3 years by Federal Treasury. We just used this open data to provide all good people of Russia new view on government public spending.

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Internet & Gesellschaft Collaboratory 2. Teil

Auf Initiative von Google Deutschland hat das “Collaboratory Internet und Gesellschaft” fast 500 Experten zur “Innovationskultur in der digitalen Gesellschaft” befragt. Die Teilnehmer der Befragung wurden nach einem Schneeballsystem ausgewählt – mit einem internen Expertenkreis als Ausgangspunkt. Dieser Expertenkreis hat dann die Umfrage ausgewertet und einen Abschlussbericht verfasst, der sich zu lesen lohnt. Man kann sich den Bericht in gebundener Form mit der Post schicken lassen oder hier als PDF kostenlos herunter.

Am 15. Juli waren Klas Roggenkamp und ich auf der Auftaktveranstaltung zur zweiten Runde der Initiative Internet & Gesellschaft Collaboratory, diesmal mit dem Thema “Open Government” eingeladen. Ziel der Multistakeholder-Expertengruppe ist es, die Expertise innerhalb der deutschen Internet-Community zum Thema Open Government zusammenzutragen und auf einem Workshopwochenende im Berliner Umland die Ergebnisse mit Experten und Kollegen aus Politik und Verwaltung zu interpretieren und zu vertiefen. Die Auftaktveranstaltung hatte folgende Agenda:

  • Neue Staatskunst (offene Wertschöpfungsketten strategisch einsetzen)
    • Open Data (Transparenz, Innovation)
    • Verwaltung von öffentlichen Gütern (Kulturerbe & Free Culture)
  • ePartizipation & eDemokratie (Multistakeholder Governance, direkte Demokratie)
    • Vertrauen & Authenzität von Politikern
    • Befähigung zur gesellschaftlichen Teilnahme (Aktivismus, Campaigning, Digitale Integration & Medienkompetenz)
    • eAdministration: Checkliste für online Angebote des Staats. Usability (One-Stop-Shop) & Datenschutz vor dem Staat (Verknüfung der Daten)

Klas und ich haben mit dieser kurzen Präsentation ins Thema Open Data eingeführt und werden als Experten an diesem Arbeitskreis mitwirken. Meine Erwartung ist, dass am Ende ein brauchbarer Abschlussbericht herauskommt, in dem sich Positionen und Forderungen des Open Data Network wieder spiegeln und über die Collaboratory Initiative eine breitere Öffentlichkeit herstellen lässt. Ünrigens gibt es auch einen YouTube Channel zu Collaboratory.

Hintergrund des Collaboratory

Das Collaboratory ist ein Expertenkreis, in dem Akteure aus Wissenschaft, Verbänden, Daten- und Verbraucherschutz sowie aus Internetunternehmen zusammenkommen. Es wurde von Google Deutschland initiiert, um gemeinsam an Lösungsansätzen zu gesellschaftlichen Fragen rund um das Internet zu arbeiten. Eine Teilnehmerliste der ersten Collaboratory-Expertengruppe finden Sie hier.

Das Internet wie auch die mobilen Informations- und Kommunikationsdienste verändern unsere private und berufliche Lebenswelt. Gleichzeitig werden auch die politischen Kommunikations- und Dialogprozesse kontinuierlich transformiert. Traditionelle rechtliche und politische Rahmenbedingungen werden diesem Wandel zunehmend nicht mehr gerecht und bedürfen stetiger Anpassung an die neuen Entwicklungen. Fachleute und Wissenschaftler empfehlen daher seit langem neue Steuerungsansätze unter Beteiligung der verschiedenen staatlichen und nicht-staatlichen Akteure.

Google möchte mit dem Collaboratory eine Plattform mitgestalten, die es Akademikern, sachkundigen Wirtschafts- sowie Bürgervertretern erlaubt, transparent zusammenzuarbeiten und einen Beitrag zu politischen Reformprozessen (z.B. zu aktuellen Verfassungsbeschwerden oder Petitionen, zur Arbeit der Enquête-Kommission „Internet & Digitale Gesellschaft“ des Bundestages und zu tagesaktuellen Diskussionen) zu leisten. Das Collaboratory ist dem öffentlichen Interesse verpflichtet und als offene Diskussions- und Kollaborationsplattform aufgesetzt.

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Australische Declaration of Open Government

Eine der zentralen Empfehlungen im Report der Australischen Government 2.0 Taskforce war, dass die Australische Regierung eine Open Government Deklaration, ähnlich der Open Government Directive von Präsident Obama erarbeiten möge. Minister Lindsay Tanner hat die Declaration of Open Government nun am 16 Julie im Namen der Australischen Regierung vorgestellt. In der Tat erkennt man schon auf den ersten Blick die Gemeinsamkeiten zur US-Amerikanischen Variante.

Declaration of Open Government

The Australian Government now declares that, in order to promote greater participation in Australia’s democracy, it is committed to open government based on a culture of engagement, built on better access to and use of government held information, and sustained by the innovative use of technology.

Citizen collaboration in policy and service delivery design will enhance the processes of government and improve the outcomes sought. Collaboration with citizens is to be enabled and encouraged. Agencies are to reduce barriers to online engagement, undertake social networking, crowd sourcing and online collaboration projects and support online engagement by employees, in accordance with the Australian Public Service Commission Guidelines.

The possibilities for open government depend on the innovative use of new internet-based technologies. Agencies are to develop policies that support employee-initiated, innovative Government 2.0-based proposals.

The Australian Government’s support for openness and transparency in Government has three key principles:

  • Informing: strengthening citizen’s rights of access to information, establishing a pro-disclosure culture across Australian Government agencies including through online innovation, and making government information more accessible and usable;
  • Engaging: collaborating with citizens on policy and service delivery to enhance the processes of government and improve the outcomes sought; and
  • Participating: making government more consultative and participative.

Supporting Initiatives

The Australian Government’s commitment to action on each of these principles is demonstrated by:

  • the passage of legislation reforming the Freedom of Information (FOI) Act and establishing the Office of the Australian Information Commissioner;
  • the Government’s announcement on 3 May 2010 of its response to the Government 2.0 Taskforce report, Engage: Getting on with Government 2.0;  and
  • Its response to the Ahead of the Game: Blueprint for the Reform of Australian Government Administration report, in which the Government agreed that creating more open government is a key reform for the Australian Public Service.

Effective collaboration between citizens and government requires timely sharing of the information held by Government. The Government’s FOI Reforms create the new statutory Office of the Australian Information Commissioner and establish a comprehensive Information Publication Scheme that requires agencies to publish a wide range of information.

The Australian Government has commenced the program of initiatives outlined in its response to the Taskforce’s report in accordance with the agreed implementation timetable.

The Department of Finance and Deregulation will report annually on implementation progress of the recommendations of the Government 2.0 Taskforce to the Government through the Secretaries’ Information and Communications Technology Governance Board.

The Gillard Government is committed to creating a culture of public sector openness, transparency and engagement. This Declaration is a demonstration of that commitment.

The Declaration underpins a range of Government initiatives already under way. The establishment of the Office of the Australian Information Commissioner and the Government’s broader freedom of information reforms aim to restore trust and integrity in government and drive agencies to proactively release information to the public. The Declaration also reflects one of the key reforms of Ahead of the Game: Blueprint for Reform of Australian Government Administration, which called for more open government.

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Recognising the road to data.gov.de: An assessment of the European and national regulatory framework impacting PSI re-use in Germany

Eben bin ich über eine extrem interessante Studie zu Open Data in Deutschland gestoßen. Der Autor ist Michael Fanning von der Online Consultants International GmbH. Der Report wurde auf der EPSI Platform als European Public Sector Information Platform Topic Report No.11 am 9 Juli 2010 veröffentlicht. Aus der Einleitung:

One of the positive starts to the new decade has been the Open Data developments where public authorities have been encouraged towards greater transparency by making their data accessible. Leaders here have been the UK and the USA. Germany implemented the PSI Directive with the IWG in December 2006. The IWG is a Federal law which has effect upon Federal authorities, Federal State authorities and municipal bodies alike. This is in contrast to related legislation such as the freedom of information, access to environmental information, consumer information and geoinformation which require implementation at the Federal and Federal State level. This Topic Report gives an overview of the German regulatory framework surrounding PSI re-use and provides a critical assessment of the extent to which it supports an Open Data agenda for Germany.

  • Recognising the road to data.gov.de: An assessment of the European and national regulatory framework impacting PSI re-use in Germany (HTML) (pdf file) (word file)

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Daten der Weltbank mit Google Maps visualisieren

Eine der verheißungsvollen Aussichten im Zuge der zunehmenden Verfügbarkeit von Schnittstellen zu offenen Datensätzen aus politischen und gesellschaftlichen Institutionen ist die Möglichkeit, Daten schnell und unkompliziert visualisieren zu können. Journalisten und Blogger können so mit ein wenig Programmierkenntnis oder diesbezüglicher Unterstützung Aussagen in ihren Artikeln durch Diagramme oder Karten auf anschauliche Art und Weise mit Fakten unterlegen oder auch durch die Zusammenführung unterschiedlicher Datensätze neue Zusammenhänge herstellen oder verdeutlichen.

Sehr aktiv im Hinblick auf die Bereitstellung dererlei Programmierschnittstellen (APIs) ist die Weltbank, über dessen Open Data-Aktivitäten wir hier im Blog schon zweimal in den letzten Wochen berichtet haben. Diese bietet seit einiger Zeit unter http://data.worldbank.org eine Schnittstelle an, über die unzählige – für den Entwicklungszustand der Welt relevante – Indikatoren wie Geburtsraten, CO2- Emissionslevel, Daten zu Bildungsausgaben, usw. für unterschiedliche Länder abgerufen werden können. In diesem Artikel soll einmal aufgezeigt werden, wie man solche Daten nutzen und z.B. mit Hilfe von Google Maps auf einer Karte visualisieren kann. So zeigt die folgende Karte das Einkommensniveau unterschiedlicher Länder anhand farbiger Pins, beim Klick auf einen Pin erhält man zusätzlich die Hauptstadt des Landes und die inhaltliche Bedeutung der jeweiligen Farbmarkierung angezeigt. Die Beschreibung ist (hoffentlich) nicht zu technisch gehalten, so dass sie auch für Nicht-Informatiker in den Grundzügen nachvollziehbar seien sollte. Ganz ohne Programmierkenntnisse wird man bei einer Umsetzung dennoch nicht auskommen, der Aufwand sollte sich allerdings auf max. 2-3 Std. beschränken.


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Kurzbericht “Open Berlin”

Hier ein kurzer Bericht vom zweiten Teil der Veranstaltungsreihe “Everything Open” am Do. 01.07.2010 in Berlin. Gemeinsame Notizen zum Treffen: http://de.okfnpad.org/openberlin-meeting

Leider war nach etwa einer Stunde das Internet weg, so dass wir nicht den ganzen Abend protokolliert haben. Zuerst haben wir eine ganze Weile über Namen, Ausrichtung und das Format dieser Veranstaltungsreihe geredet.

Hier das Resultat: Wir werden weiterhin jeden 1. Donnerstag im Monat eine Veranstaltung unter dem Namen “Open Berlin” machen. Damit unterstreichen wir den gemeinsamen Nenner der verschiedenen Themen und Gruppen: Open und Berlin als Bezugspunkte.  Wir werden die Webseite http://openberlin.net auch für diese Veranstaltungsreihe nutzen.

Die Abende werden jeweils einen eigenen Themenfokus haben der im weitesten Sinne einen Bezug zu Open Knowledge, Open Data, Open Government, Open Democracy, etc hat. Auch das Format kann variieren: Von Workshop, Vortrag, Hacking, etc. Wir wollen aber die Treffen nicht “dem Zufall” überlassen, nach dem Motto, wir treffen uns und sehen dann was wir machen, da wir befürchten das dies zu “beliebig” wird bzw. auch wenig attraktiv wenn man nicht weiß was einen erwartet.

Deshalb sollen die Abende unabhängig von den Inhalten diese Struktur haben.

- Newsflash / Kurzvorstellung von neuen Ideen und Projekt
- Themenfokus
- eventuell: Arbeiten in Arbeitsgruppen
- nebenher: Networking

Themenvorschläge für den Themenfokus des nächsten Treffens über die ODN Mailingliste. Falls es keine konkreten Vorschläge für den nächsten Themenfokus gibt, wird jeweils ein Programmkomitee aus zwei Personen bestimmt die sich dann um den Themenfokus des nächsten Treffens kümmern.

Für das nächste Treffen am 5. August bilden Friedrich und Michael das Programmkomitee. Der Themenfokus steht schon fest: Es soll um die Erschliessung von offenen Daten in Berlin gehen. Damit ist der 5. August gleichzeitig der Auftakt für den zweiten “Open Data Hackday” der am 7. und 8. August stattfindet. Dazu hoffentlich bald mehr. Ich hoffe euch alle am 5. August zu sehen.

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Von der öffentlichen Verwaltung zur offenen Verwaltung

Seit unserer Gründung im Herbst 2009 setzten wir als Open Data Network uns für offene Regierungsdaten, Transparenz und mehr Partizipation ein. Unser Forderung ist recht einfach: gebt alle Daten frei, die nicht personenbezogen oder sicherheitsrelevant sind.

Das größte Hindernis für offene Daten in Deutschland ist sicherlich die Struktur und die Kultur der öffentlichen Verwaltung. Viele Mitarbeiter in den Verwaltungen möchten zwar heute schon, dass ihre Arbeit transparenter und öffentlicher wird. Dies kann auch Ihnen selbst große Vorteile bringen: Bürger lernen mehr über das Funktionieren dieses Apparats, Entscheidungen werden transparenter und nachvollziehbarer – kurz: die Verwaltung wird nicht länger als „Black Box“ wahrgenommen. Damit haben die Behörden die Chance, ihre eigene Reputation bei Bürgern zu steigern und selber dazuzulernen. Doch immer noch dominiert in den Amtsstuben das preußische „Amtsgeheimnis“. Dazu tragen nicht nur veraltete Strukturen bei, sondern auch ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Volk. Als Argument gegen Open Data wird immer wieder ins Feld geführt, man wisse ja schließlich nicht, was am Ende mit den Informationen geschehe. Doch der Open Data Bewegung geht es ja genau darum: mit vorhandenen Daten neue Anwendungen schaffen, deren Nutzen oder Zielrichtung im Vorhinein nicht immer klar ersichtlich sind.

Oftmals wird geltend gemacht, dass die Öffnung von Datenbeständen und deren Aufarbeitung (um diese maschinenlesbar zu machen) zu hohe Kosten verursachen würden. Zunächst ist es natürlich richtig, dass erst einmal Kosten anfallen können. Doch die Öffnung von Datenbeständen und die Etablierung offener Standards können sogar zu Kosteneinsparungen führen. Dies zeigt z.B. ein Beispiel aus Kanada. Dort beantragte ein Bürger eine Übersicht über Spendenzahlungen an Vereine – und deckte einen großen Steuerskandal auf (“case study: how open data saved canada $3.2 billion” (eaves.ca Blog))

Vom rechtspositivistischen Standpunkt her betrachtet hat jeder Bürger in Deutschland bereits ein Recht auf offene Daten. Das Informationsfreiheitsgesetz sichert den Zugriff auf Behördeninformationen gesetzlich ab. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Bei einer Anfrage müssen Arbeitsstunden und Kopierkosten bezahlt werden. Viele Anfragen werden negativ beschieden, meist mit dem Verweis auf Sicherheitsbedenken oder der „Vertraulichkeit von Regierungshandeln“. Außerdem wissen viele Bürger gar nicht, welche Datenschätze in den Verwaltungen und Ministerien verborgen liegen (manchmal wissen es die Behörden vielleicht auch selber nicht). Einige Bundesländer (Baden- Württemberg,  Hessen, Bayern, Sachsen und Niedersachsen) haben bislang noch nicht einmal ein Informationsfreiheitsgesetz verabschiedet.

Doch es gibt auch andere Hindernisse für Open Data: Deutschland hat ein – im internationalen Vergleich – relativ striktes Datenschutzrecht. Auch wenn keine Veröffentlichung personenbezogener Daten gefordert wird, melden die Datenschutzbeauftragten oft Zweifel an der Veröffentlichung von Informationen an. Das Umweltbundesamt etwa veröffentlichte eine Deutschlandkarte, auf der die Luftverschmutzung sichtbar wurde. Diese musste wieder vom Netz genommen werden, da ja Rückschlüsse auf die verschmutzenden Unternehmen hätten gezogen werden können.

Mittlerweile sehen auch Politiker verschiedener Fraktionen den Nutzen offener Daten. Open Data wird eines der Themen sein, mit denen die Enquete-Kommission sich beschäftigt. Die Erfahrung aus Ländern wir Großbritannien und den USA zeigt, dass dieses Thema nicht unbedingt an klassischen Parteilinien entschieden wird: sowohl die konservativen Tories um David Cameron in Großbritannien als auch die Demokraten um Obama in den USA haben jeweils große Veränderungen bewirkt.

In einem föderalen System wie der Bundesrepublik reicht es nicht, auf eine Entscheidung „von oben“ zu warten. Denn selbst wenn eine solche Entscheidung käme, müssten Verwaltungen sie erst einmal ausführen und hätten dabei einen erheblichen Ermessens- und Entscheidungsspielraum. Es ist daher nötig auf vielen Ebenen gleichzeitig für die Offenheit von Daten zu kämpfen.Auf Bundesebene bei den Netzpolitikern der Fraktionen, insbesondere in der Enquete-Kommission und dem Unterausschuß neue Medien. Durch Workshops und Tagungen in Zusammenarbeit mit Behörden, Ministerien und Bundesämtern. Auf lokaler, kommunaler und Landesebene, um dort in einem überschaubaren Bereich Pilotprojekte zu beginnen. Und schließlich mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, um den Gedanken von freiem Wissen weiter zu vertiefen.

Einige Bürgerinnen und Bürger nehmen die Open-Data-Bewegung sicherlich  als einen „Haufen von Nerds“ wahr, die hinter jeder technischen Neuerung hinterherlaufen und technikverliebt sind. Technik ist für uns zwar durchaus faszinierend und spannend. Doch sie ist letztlich mittel zum Zweck, Technik soll nur als Vermittler auftreten, Zugangshürden senken und neue Anwendungen ermöglichen.

Das Beispiel des Informationsfreiheitsgesetzes und seine Ausführung zeigt: es kommt nicht immer auf perfekte Gesetze und detaillierte Vorgaben an. Viel wichtiger ist es, ein Bewusstsein für Offenheit und Transparenz zu schaffen.

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