Open Government Data beim Niedersächsischen Medienwirtschaftsgipfel

Im Zuge der Vorbereitung des Niedersächsischen Medienwirtschaftsgipfels 2010 formierten sich drei Arbeitsgruppen. Eine davon beschäftigte sich mit dem Themenkomplex Enterprise 2.0, vorwiegend auf betrieblicher Ebene. Da die Praktiken und Philosophien des “2.0″ – wie z.B. Offenheit, Transparenz, Kommunikation – nicht auf die freie Wirtschaft beschränkt sind, lag es nahe, sich auch mit Open Government Data zu beschäftigen. Das Ergebnis ist eine Absichtserklärung, deren kompletter Wortlaut auch in der Broschüre zum Medienwirtschaftsgipfel (direkt zum PDF) zu finden ist:

Auf Initiative der Enterprise 2.0 Arbeitsgruppe wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ein Pilotprojekt „Open Government Data“ verfolgt. Hierzu sollen einige geeignete Datensets aus niedersächsischen Ministerien und Behörden ausgewählt und gemäß den Prinzipien und Best Practices von „Open Government Data“ nachhaltig zugänglich gemacht werden. Das Anwendungspotential soll zusammen mit der Community potentieller Datenbenutzer aus der Zivilgesellschaft entdeckt und entwickelt werden. Abschließend werden die im Projekt gesammelten Erfahrungen an andere Einrichtungen weitergegeben. Das Projekt „Open Government Data“ soll im Sinne der Grundsätze des Enterprise 2.0 nachhaltig und überprüfbar aufgesetzt und durchgeführt werden.

Dies ist (wahrscheinlich!) das erste Mal, dass ein Bundesland beabsichtigt, ein Pilotprojekt im Bereich Open Government Data durchzuführen. Wie man an Begrifflichkeiten wie nachhaltig und überprüfbar leicht feststellen kann, waren die OGD-Prinzipien steter Begleiter des Diskussionsprozesses.

[Disclaimer: Ich war Mitglied der erwähnten Vorbereitungs-AG "Enterprise 2.0" zum Medienwirtschaftsgipfel]

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Open Government & Open Data im Landeswahlprogramm der NRW SPD

Es ist Wahlkampf in NRW. Die einzige Landtagswahl in 2010 nach dem Superwahljahr. Natürlich schreiben sich alle Parteien im Wahlkampf immer möglichst viele fortschrittliche Punkte ins Wahlprogramm. Was von den wohlklingenden Formulierungen nach der Wahl und eventuellen Koalitionsverhandlungen dann tatsächlich umgesetzt wird bleibt natürlich abzuwarten.

Und dennoch: Neben positiven Aussagen zu ”freier Software und Open-Source-Produkten”, zu einer “datenschutzfreundlichen Verbraucherschutzpolitik” und zur “Netzneutralität” sind die Passagen zur Netzpolitik im Landeswahlprogramm 2010 der nordrhein-westfälischen SPD durchaus bemerkenswert. Zum Thema Open Government und Open Data heißt es dort auf Seite 49 / 50 im Absatz Neues Regieren

Wenn Sozialdemokraten in NRW wieder regieren, werden wir eine offene partizipative und transparente Landesregierung und –verwaltung sein. Durch die kostenfreie Bereitstellung öffentlicher Daten und Informationen in maschinenlesbaren offenen Formaten wollen wir das Zusammenwirken des Landes mit seinen Bürgern im Rahmen einer Open Government-Initiative auf eine neue Stufe heben.

Wir werden dadurch zu neuer Transparenz im Regierungs- und Verwaltungshandeln kommen, damit die Öffentlichkeit die Arbeit ihrer Regierung und Verwaltung besser nachvollziehen, weiterverarbeiten, analysieren und bewerten kann.

Wir werden dadurch die Partizipation fördern und wollen gut informierte Bürger und gesellschaftliche Institutionen so in die Gestaltung unserer Demokratie und ihrer Institutionen einbeziehen, von Ihnen Verbesserungsvorschläge aufnehmen und Innovationen beisteuern lassen.

Wir wollen so die Zusammenarbeit mit und in der öffentlichen Verwaltung effizienter gestalten. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Behörden auf allen Ebenen und in Partnerschaft und Kooperation mit externen Einrichtungen setzt die Bereitstellung von Informationen und Daten in offenen und verarbeitungsfähigen Formaten voraus.

Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit werden wir für alle landespolitischen Initiativen als Richtschnur verstehen und in der konkreten Ausgestaltung berücksichtigen.

Wir wollen in der Staatskanzlei im Range eines Staatsekretärs oder als Minister mit besonderen Aufgaben einen „Chief Technology Officer“ einsetzen, der die Querschnittsaufgabe des E-Governments übernimmt und gesellschaftliche Debatten über den Umgang mit und im Netz mit gestaltet. Wir werden regelmäßig Wettbewerbe durchführen, bei denen Entwickler unter Verwendung öffentlich bereitgestellter Daten Applikation erstellen, die zu Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit beitragen.

“Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit”, das sind genau die Elemente mit denen Barak Obama vor einem Jahr mit seiner viel beachteten “Open Government Direktive” die Grundsteine seiner Open Government Initiative legte. Auch die Einberufung eines “Chief Technology Officer” erinnert an das große Vorbild aus Amerika und “Wir werden regelmäßig Wettbewerbe durchführen, bei denen Entwickler unter Verwendung öffentlich bereitgestellter Daten Applikation erstellen” klingt ganz nach einem Apps4Democracy Wettbewerb an dem wir, der Open Data Network e.V. gemeinsam mit dem Government 2.0 Netzwerk Deutschland., bereits hinter den Kulissen arbeiten. Das ist erfreulich und ein Zeichen dafür, das diese wichtigen Themen langsam auch ihren Einzug in die deutsche Politik finden könnten.

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OpenAIRE: Open Access Infrastructure for Research in Europe

OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe) ist ein dreijähriges Projekt, das von der Europäischen Kommission innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms gefördert wird. Dieses nun gestartete ambitionierte Vorhaben wird von 38 Projektpartnern aus 27 europäischen Ländern getragen, um die Umsetzung von Open Access europaweit zu fördern.

Ziel von OpenAIRE ist die Unterstützung des Open-Access-Pilotprojekts, das die europäische Kommission im August 2008 angestoßen hat. Dieses Open-Access-Pilotprojekt umfasst etwa 20% der Mittel im siebten Forschungsrahmenprogramm und verpflichtet Wissenschaftler/Innen aus

sieben Bereichen (Gesundheit, Energie, Umwelt, Informations- & Kommunikationstechnologie, Forschungsinfrastruktur, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften sowie Wissenschaft in der Gesellschaft) ihre wissenschaftlichen Publikationen in einem institutionellen oder fachlichen Open- Access-Repository im Volltext weltweit frei zugänglich zu machen.

Aus der Presseerklärung zum Start der OpenAIRE Webseite: European Countries join forces to realize the EC Open Access pilot: OpenAIRE

OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe), a three-years project funded under the 7th Framework Programme of the European Commission, has now taken up its work to implement Open Access on a pan-European scale. This ambitious effort unites 38 partners from 27 European countries.

The main goal of OpenAIRE is to support the Open Access pilot, launched by the European Commission in August 2008. This Open Access pilot, which covers about 20% of the FP7 budget, commits researchers from 7 thematic areas (Health, Energy, Environment, Information & Communication Technology, Research Infrastructures, Socio-economic sciences & Humanities and Science in Society) to deposit their research publications in an institutional or disciplinary Open Access repository, to be made available worldwide in full text. OpenAIRE will establish underlying structures for researchers to support them in complying with the pilot through European Helpdesk System, build an OpenAIRE portal and e-Infrastructure for the repository networks and explore scientific data management services together with 5 disciplinary communities.

“The implementation of a Europe wide infrastructure for Open Access is a milestone for the success of Open Access,” says Dr. Norbert Lossau, Scientific Coordinator of OpenAIRE and Director of Göttingen State and University Library, Germany. “The project consortium will work closely together with the European Commission, the ERC and many other stakeholders (such as SPARC Europe, LIBER, EUA) to achieve the broadest possible impact.”

The project consortium incorporates the best available expertise for Open Access & repository infrastructures in Europe and will establish a distributed support structure based on a network of liaison offices covering all European Union member states plus Norway. Consortium partners have been identified in each country, or in the case of Luxembourg, have pledged their support for the development and implementation of strategies and services for Open Access that have gained acceptance in the international community since 2003 (the launch of the Berlin Declaration).

Website: www.openaire.eu

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Open Access: Bibliothekskataloge veröffentlicht

Im März 2010 gaben die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, die Hochschulbibliothek der Fachhochschule Köln, die Stadtbibliothek Köln, die Bibliothek/Mediathek der Kunsthochschule für Medien Köln und das Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz bekannt, die Daten aus ihren Bibliothekskatalogen in Kooperation mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) zu publizieren. Siehe die gemeinsame Mitteilung für mehr Informationen.

Rechtliches: Sämtliche Daten, die hier zum Download bereitstehen, sind unter der Creative Commons Lizenz CC0 veröffentlicht. Sie sind somit gemeinfrei, d.h. die Daten gehören allen und dürfen zu beliebigen Zwecken und ohne Auflagen genutzt werden. Die publizierenden Insitutionen veröffentlichen diese Werke unter der CC0. Jeder Person und Institution wird ein zeitlich und inhaltlich uneingeschränktes Nutzungsrecht an den Werken eingeräumt. Diese Werke wurden in Deutschland veröffentlicht.

Open Knowledge Foundation: Libraries in Cologne open up bibliographic data!

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Peter Suber on Open Access

Peter Suber, einer der Pioniere der Open Access Bewegung, hat am 27. Februar 2009 am Berkman Center for Internet and Society in Harvard einen bemerkenswerten Vortrag zur Zukunft von Open Access, gehalten.

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The deficit mountain

Der Guardian visualisiert mit einer schönen Infografik den britischen Schuldenberg:

The deficit mountain

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Gemeingüterreport: Wohlstand durch Teilen

Silke HelfrichRainer KuhlenWolfgang Sachs und Christian Siefkes haben ein Buch, in Form eines kurzen Reports über “Commons”, also über Gemeingüter geschrieben. Während Silkes letztes Buchprojekt zum Thema ausführlich und wissenschaftlich ausgefallen ist, ist dieses Buch eher eine leicht verständliche und gut lesbare Einführung ins Thema. Christian Siefkes schreibt dazu auf dem Blog Keimform:

Wir erzählen die Geschichte und Philosophie der Commons in vielen kleinen Geschichten, die insgesamt hoffentlich ein gutes Bild davon vermitteln, was Gemeingüter ausmacht, wie sie funktionieren und warum sie wesentlich sind. Auf 50 mit vielen Zitaten, Grafiken und bunten Bildern geschmückten Seiten führen wir so in ein Thema ein, das in der Öffentlichkeit zuletzt mit dem Nobelpreis für die Commons-Forscherin Elinor Ostrom Schlagzeilen gemacht hat. Keimform-Leser/innen sind die Commons natürlich bestens vertraut, trotzdem glaube ich dass bei Lektüre des Reports jede/r noch die eine oder andere Erkenntnis oder Anregung finden wird!

Das Buch kann in gedruckter Form erworben werden und steht als Download – unter Creative Commons-ShareAlike-Lizenz bereit. Weitere Inhaltsangaben zum Buch im Commonsblog.

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Finnish Open Data Guidebook

The Finnish Ministry of Transport and Communications’ news announcement describes work underway on a Finnish ‘Open Government Data Guidebook’ and invites participation in its making. Here is an English translation of the Ministries news.

Key points about the Open Data Guidebook

  • The Guide will cover concrete and topical issues of what the provision of open data should be taken into account. In addition, manual will review the benefits of open government data to society.
  • To draft the Guidebook, interviews were undertaken with Finnish and international politicians civil servants, entrepreneurs, developers, and experts. This is in addition to information collected from other sources.
  • The Guidebook has an important role to play in inspiring government to open data. It will also provide valuable and current information for the Finnish Government’s ‘Working Group’ that was recently established to enhance the use of public sector information plus the Finnish Government’s work on developing a new national information society strategy for the upcoming term of government.

Plans are to publish the Finnish language version of the Guidebook by the 25th March 2010 using a Creative Commons Licence. Antti Poikola one of the Authors writes in his Blog:

The poster from Ton Zijlstra and James Burke, below summarizes pretty much the practical part of opening the data (HOW), that we want to tell in our guide book. Beside practicalities we need to argument the case (WHY) of opening the data, but that is a bit longer story…

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Warum wir Daten verlinken müssen

Man stelle sich vor, es gäbe keine Links im WWW. Oder noch besser: Wir packen linkfreie HTML-Dokumente in ein Zip-Archiv und bieten dieses zum Download an. Klingt total bescheuert? Ist es auch. Denn mit einem “World Wide Web” hat das dann nichts mehr zu tun.

Aber wie gehen wir eigentlich mit Daten um? Die Einsicht, dass Rohdaten in maschinenlesbarer Form veröffentlicht werden müssen, breitet sich so langsam aus. Doch reicht das wirklich aus? Ist es in Ordnung CSV- oder XML-Dateien in ZIP-Archive zu packen und zum Download anzubieten, wie es zum Beispiel data.gov tut? Es ist ein Segen im Vergleich zum Vorgehen deutscher Behörden, die Daten in PDF-Dokumenten oder Flash-Anwendungen verstecken, oder sie ganz vom Internet fern halten. Aber es ist nicht so wie es sein sollte. Es ist genauso irrsinnig wie der oben beschriebene Umgang mit HTML-Dokumenten.

Wir brauchen keine Website von der man Daten herunterladen kann. Wir benötigen ein Web aus Daten. Die Daten selbst müssen zu einem weltweiten, grenzenlosen Netz werden. Niemand geringeres als der Erfinder des WWW, Tim Berners-Lee fordert eben dies schon seit 2006. Er beschreibt 4 Grundprinzipien für “Linked Data”:

  1. Use URIs as names for things
  2. Use HTTP URIs so that people can look up those names
  3. When someone looks up a URI, provide useful information, using the standards (RDF, SPARQL)
  4. Include links to other URIs. so that they can discover more things

Die Regeln sind im Grunde genommen sehr einfach. Und doch verlangen sie ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Daten und dem Web insgesamt. Die erste Regel verlangt, dass wir URIs verwenden um Dinge zu benennen. Wir identifzieren bereits Webseiten über URIs – genauer: URLs – und auch die besagten ZIP-Pakete werden so identifiziert. Hier muss der erste Umdenkprozess ansetzen: Wir identifzieren nicht mehr nur Webseiten und Dateien über URIs, sondern alle möglichen Dinge. Der Begriff “Ding” beschränkt sich dabei nicht auf konkrete, physische Objekte sondern umfasst prinzipiell alles Exisitente oder Denkbare, auch Personen, Organisationen, abstrakte Konzepte, Themengebiete, Termine und ähnliches fallen darunter. Mehr lesen »

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Introducing the Cycle of Transparency

In einem bemerkenswerten Artikel beschreibt Jake Brewer von der Sunlight Foundation die verschiedenen gesellschaftlichen Instanzen, ihre Rollen und ihr Zusammenspiel für einen transparenten Staat: Introducing the Cycle of Transparency

Government transparency is that rarest of political phenomena — a great idea with support across the political spectrum and popularity among the public. Yet, here we are in the 21st century with every tool we would need to make government more transparent and accountable, and still we are operating with a government that often behaves as it did in the 19th century.

So, transparent government is a good thing, but we do not yet have one. Now what?

This “Cycle of Transparency” demonstrates, in one image, the specific actions and the variety of actors that need to work together to create the open, transparent government we seek. We hope this graphic can be a useful tool in thinking about how to make city, state, federal, and even international governments more transparent.

Each type of actor and action complements the others in the Cycle to make every other element easier, or even possible at all. Of great importance is that just about anyone – from hardcore Internet developers to academics to government staff to reporters to activists – has a place in it.

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