
Am Freitag, den 28.08.09 fand in den Räumen der “Hertie School of Governance” die Konferenz “Government 2.0” in Form eines BarCamp statt. Die Konferenz sollte dazu beitragen, eGovernment, eDemocracy, eParticipation, eTransparancy, eCollaboration in Deutschland zu fördern, von guten Beispielen aus aller Welt zu lernen und alle an diesem Ziel Interessierten miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen.
Vorschläge für das Programm mit 30 Sessions wurden auf der mixxt Seite zur Vorbereitung der Konferenz gesammelt. Eine Auswertung des Camp wird derzeit hier zusammengestellt. Das Government 2.0 Camp sollte…
- eine Plattform für Erfahrungs- und Ideenaustausch sein
- den Rahmen bieten, um Chancen und Risiken von Web 2.0 zu diskutieren
- Menschen aus verschiedenen Bereichen ins Gespräch bringen und vernetzen
- Erfolgreiche Praxisbeispiele aus dem In- oder Ausland bekannter machen
- gemeinsame Zukunftsvisionen und Projektideen entstehen lassen
…Ob diese Ansprüche erfüllt wurden, darüber lässt sich streiten. Sicherlich lässt sich vieles kritisieren, so zum Beispiel die große Oberflächlichkeit mit der auf etlichen Sessions immer und immer wieder die vielen e-Wörter (eGovernment, eDemocracy, eParticipation, eTransparancy, eCollaboration) bemüht wurden, um die eigene vermeintlich progressive Position zu unterstreichen. Auch die Tatsache, dass einige Sessions eher schlecht getarnte Produktpräsentationen einiger findiger IT Firmen waren machte die Veranstaltung nicht unbedingt glaubwürdiger.
Aber dennoch… Es waren auch eine ganze Menge engagierter Menschen vor Ort, denen es gelang die eine oder andere Diskussion mit intelligenten Beiträgen zu bereichern. Besonders im Anschluss an die Session von Prof. Dr. Jörn von Lucke zu “Innovation und Collaboration für eine Ideenfabrik des öffentlichen Sektors in Deutschland” entwickelte sich eine lebhafte Debatte über die Möglichkeiten hierzulande eine starke zivilgesellschaftliche, unabhängige und überparteiliche Initiative für Innovationsföderung durch Partizipation und Collaboration, für mehr Transparenz, Open Data, Open Access und Open Government zu entwickeln.
Über die Session von Prof. Dr. Jörn von Lucke (TICC/ZU):
Innovation und Collaboration für eine Ideenfabrik des öffentlichen Sektors in Deutschland
In den USA fordert die Bundesregierung mit dem „Open Government“-Ansatz Unternehmen und Bürger auf, aktiv mit eigenen Vorschlägen innovative Ideen und Anwendungen in die Verwaltung hineinzutragen. Open Innovation, Kreativitätswettbewerbe und Crowd Sourcing bringen vielfältige Ideen und IT-Lösungen hervor, die maßgeblich zur Transparenz und zur Partizipation beitragen. Wie können wir auch in Deutschland das Potential dieser Innovationskultur nutzen, wie mit „Crowdsourcing“ eine neuartige Ideenfabrik für den öffentlichen Sektor generieren? Übernehmen Bürger und Unternehmen dadurch die Aufgaben der Forschung und Entwicklung für die Verwaltung? Wie können Verwaltungsmitarbeiter mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen in eine solche offene Ideenfabrik eingebunden und mobilisiert werden? Bieten sich hierfür Stadt-, Regional- und Behördenwikis an? Wie soll die öffentliche Verwaltung mit diesen Ideen konstruktiv umgehen und für einen raschen Wissenstransfer sorgen? Wer kümmert sich in den kommenden Wochen aktiv um solche Ansätze?
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, das Gov2.0 Camp in Berlin in einen internationalen Zusammenhang der “Open Government Bewegung” zu stellen. Tim O’Reilly ruft im Vorfeld des Gov 2.0 Summit, der am 9. September in Washington beginnt, eine breite Öffentlichkeit dazu auf sich an der Debatte “Was bedeutet Government 2.0 für Dich?” zu beteilighen. Dazu läd er zu einem Ideenwettbewerb in Form von kurzen Videobeiträgen ein. Weitere Informationen zur Teilnahme am Video Clip Wettbewerb gibt es hier.
Weitere interssante Beiträge von Tim O’Reilly zum Thema Open Governmen:
- Forbes column on Gov 2.0
- Interview with Marshall Kirkpatrick of ReadWriteWeb
- Interview with Mark Amtower on Federal News Radio
- Radar talk at this year’s OSCON
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