NYC BigApps: Opendata Wettbewerb in New York

Die Stadt New York hat ein sehr schönes Projekt gestartet: Unter NYC Data Mine wurden zunächst 194 Datensätze aus Verwaltung und Politik veröffentlicht. Die Datensätze kommen aus allen Bereichen der Verwaltung und sind zunächst in zwei große Kategorien unterteilt:

Raw Data Catalog
NYC.gov features a raw data catalog with machine readable data (such as XLS, XML, CSV, and RSS).
Raw Data

Geo Data Catalog
NYC.gov features trusted, authoritative City of New York geographic data such as administrative and political boundaries, facilities and structures, and various imagery and base maps.
Geo Data

Des weiteren lassen sich die Datensätze nach Department, also der Behörde die sie erhoben, oder publiziert hat und nach Kategorien wie Umwelt, Kriminalität, Gesundheit, etc durchsuchen.

Die Datensätze liegen in größtenteils offenen Formaten wie XML, CSV, RSS aber eben auch in proprietären Formaten wie Microsoft Database (MDB) und Microsoft Office Excel XLS sowie SAS vor. Allerdings haben die Datensets und Daten keine klare Lizenzierung. Es scheint als ob ausdrücklich alle Rechte bei der Stadt New York, bzw bei den beteiligten Behörden bleiben.

Anyone can use these data sets to participate in and improve government by conducting research and analysis or creating applications, thereby gaining a better understanding of the services provided by City agencies and improving the lives of citizens and the way in which government serves them. Use of these data sets and how they are generated can be better understood by reading the Terms of Use.

Klingt ja erstmal noch ganz gut. Doch dort heißt es dann:

The City reserves the right to discontinue providing any datasets or feeds on the Data Mine at any time. The City may require a user to terminate any and all display, distribution or other use of any or all of the datasets or feeds for any reason including, without limitation, violation of these Terms of Use or other terms defined by City entities contributing data to the Site.

Schade, hier wäre eine klarere Lizenzierung für Weiterverarbeitung und Remix der Daten wünschenswert gewesen. Aber das ist ein komplexes Thema und ich kann von hier aus zu wenig einschätzen welche Umstände nun zu dieser konkreten Entscheidung geführt haben.

Eine erfolgreiche Opendata Strategie muss auf drei Ebenen ansetzten. Rohdaten, API, Anwendungen und Mashups. Denn mit einem Haufen Rohdaten können die meisten Menschen erstmal nicht viel Anfangen. Deshalb ist es so wichtig, dass nach der 1. Ebene: Das Zugänglichmachen (access) der Rohdaten, auf einer 2. Ebene: die Daten über eine API (offene Schnittstellen) abrufbar sind, damit dann auf einer 3. Ebene unterschiedlichste innovative Anwendungen und Mashups diese Daten auswerten und weiterverarbeiten können. Die Fragen nach den Lizenzen (copyright) ist eine weitere wichtige Voraussetzung dafür, dass man tatsächlich etwas mit diesen Daten anfangen kann.

So könnte man das Konzept des NYC BigApps Contest zusammenfassen, mit dem die Stadt New York nun aufruft diese Rohdaten zu nutzen um damit Anwendungen und Mashups zu bauen die einen echten Mehrwert für die Bürger haben und dabei helfen die städtische Verwaltung offen und bürgernah zu gestalten.

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The BigApps competition is a City of New York initiative intended to stimulate innovation in the information technology and media industries, and attract and support developer talent to develop web and mobile applications (apps) by using City data. These apps will benefit the City and its citizens and demonstrate the increasing accessibility and transparency of City government.

Insgesamt 20.000 USD Preisgeld winken denjenigen Projekten mit den besten, innovativen Applikationen die diese Daten nutzen um New York offen, partizipativ und transparent zu machen. Bis zum 15 Dezember kann jeder am Wettbewerb teilnehmen. Die Jury wird im Januar 2010 die Gewinner bekannt geben. Wir dürfen gespannt sein. Ein schöner Kommentar von Andrew Rasiej im Interview auf Technology Review:

“Hopefully what they’ve done is a first step toward the city making all government data, except that which poses a security or privacy concern, available,” says Andrew Rasiej, founder of the Personal Democracy Forum, which tracks the intersection of technology, government, and politics. (Rasiej was also a 2005 candidate for New York City Public Advocate.) “Washington, DC, is way ahead of New York, but the reality is that it’s significant that New York City has finally come to the party and recognized that open data is the future of civic engagement.”

Die Stadt Washington DC war die erste die mit einem Apps4Democracy Wettbewerb für Aufmerksamkeit sorgte. Dort wurden innerhalb weniger Wochen 311 Anwendungen eingereicht die auf die Daten der Stadt aufsetzen. Die Sunlight Foundation ihrerseits veranstaltete einen landesweiten Wettbewerb mit dem Namen Apps for America dessen stolze Gewinner diese drei Projekte wurden:

  1. DataMasher
  2. GovPulse
  3. ThisWeKnow

Auf US Bundesebene gibt es die Seite data.gov die einen großen Katalog von Daten aus Politik und Verwaltung bereithält.

Während sich US Amerikanische Großstädte ein Wettrennen liefern wer in Sachen Opendata und Transparenz der Vorreiter ist stehen wir hier in Deutschland noch ganz am Anfang.

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Ein Kommentar

  1. Erstellt am %A, 15UTCThu, 15 Oct 2009 09:56:50 +0000 %e. %B %Y um %H:%M | Permanent-Link

    Es ist gut, dass NYC seine Daten öffnet und einen Wettbewerb veranstaltet. Anscheinend sind aber die Daten, die sie da zur Verfügung stellen nicht besonders vielversprechend. So zumindest Anthony Townsend in seinem Beitrag: “Municipal Vaporware: Why NYC’s Data Mine is A Data Dump” (http://www.iftf.org/node/3129). Wie du auch schon anmerkst, Daniel, wird man zukünftig genau hinschauen müssen, welche Daten unter was für Bedingungen veröffentlicht werden.

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