Ein offenes Europa mit offener Verwaltung

Die Europäische Union will das Thema e-Government stärken. Bürger und Unternehmen in Europa sollen nutzerzentrierte E-Government-Dieste in Anspruch nehmen können, die staatliches Handeln transparenter machen und den Zugang zu öffentlichen Informationen erleichtern. Das geht aus einer Presseerklärung, anlässlich der Konferenz Ministerial eGovernment Meeting and Conference hervor. Dabei haben die 34 Minister von EU-Mitgliedsstaaten, Beitrittskandidaten und aus EFTA-Staaten vergangene Woche in Malmö die Ministerial declaration on eGovernment policy (pdf) unterzeichnet. Die E-Government Deklaration soll dazu beitragen, die Transparenz der europäischen Staaten und der Verwaltung erhöht werden und den Zugang zu öffentlichen Informationen und die Partizipation an politischen Prozessen zu erleichtern. Nutzerfreundlichkeit, Effizienz bei der Implementierung von eGovernment-Anwendungen und  Nachhaltigkeit wurden in der Deklaration betont.

“We want to work together to strengthen our citizens and create a more open public administration. We will make it easier for European citizens and businesses to move across borders. It shall be easy to study in Stockholm, work in London, retire in Italy and make use of all the opportunities offered by the internal market. At the same time, we will create a simpler and greener administration”, sagte Mats Odell, Minister für kommunale Selbstverwaltung und Finanzmärkte, der die Sitzung geleitet.

Viele Menschen hätten heute noch das Gefühl, dass es zwischen ihnen und den Behörden eine Kluft gäbe, heißt es in der Erklärung. E-Government könne dazu beitragen, die Bürger und die gewählten Politiker wieder zusammenzubringen und Brücken zwischen der öffentlichen Verwaltung und den Menschen zu bauen. Die Koordination der Bemühungen zur Umsetzung der Ziele soll die EU-Kommission in die Hand nehmen.

Wie bereist berichtet wurde die offizielle Ministerkonferenz in Malmö, diesmal erstmals von der “1st Popular European eGovernment conference” begleitet, einer unoffiziellen Konferenz der Zivilgesellschaft. Außerdem wurde auf der Ministerkonferenz selbst, als Ergänzung zur offiziellen Deklaration der Minister, eine Deklaration der Zivilgesellschaft eingebracht, die Open Declaration.

David Osimo, der Initiator der Open Declaration schreibt dazu:

The Ministerial Declaration showed a new, positive attention to participation and transparency, placed as the first policy priority. However thecommitments are general and not very strong. It is worth noting that the Open Declaration was presented in a parallel session (you can see the whole video cast here), while the Industry Declaration was presented in plenary, alongside the Ministerial Declaration. This risks conveying the message the voice of industry is more important than citizens when it comes to influencing e-government policy. But let’s not forget: we are not the official representatives of citizens, and it was therefore a great positive step from the European Commission and the Swedish Presidency to accept us in the official programme…

Zur Wirkung und den nächsten Schritten schreibt er:

Most importantly, you could see a real difference in how people treated the Open Declaration at the beginning and at the end of the conference. While we were barely mentioned at the beginning, in the conclusions most speakers mentioned it and Minister Odell (Sweden) said that government should meet the challenge of the Open Declaration. In summary, we had an impact. We are in a position to have “some kind” of influence on policies. Where do we go from here? Our idea is to open up the institutional process of drafting the official Action Plan and influence it. We will have to structure our proposal to make them as concrete as possible.

Auf der Konferenz wurden auch die diesjährigen Gewinner des European eGovernment Awards auszeichnet. Insgesamt waren 52 Projekte aus 17 Ländern für die Finalrunde nominiert, darunter auch der Bürgerhaushalt der Stadt Köln für die Kategorie “eGovernment empowering citizens”. In dieser Kategorie wurde das dänische Projekt “Genvey” zum Gewinner gekürt. Es bietet einen Selbstbedienungszugang zu allen wichtigen Informationen und Diensten der öffentlichen Verwaltung in Dänemark.

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