City Data Cloud für Berlin

Auf der Xinnovations 2010 hat Prof. Schieferdecker vom Institut Fraunhofer Fokus am Mittwoch einen Vortrag zum aktuellen Stand öffentlich verfügbarer Daten in Berlin gehalten. Dort hat sie das Konzept einer City Data Cloud Berlin vorgestellt.

Daten und Informationen sind als Rohstoffe bzw. Ressourcen einer Informationsgesellschaft zu verstehen. Auch Anwendungen und Dienste für eine Stadt der Zukunft sind datenintensiv. Bis dato sind Daten aber in der Hoheit einzelner und nicht zugreifbar für andere, so dass integrierte Anwendungen und Dienste nicht realisiert werden können.

Die Vision einer City Data Cloud Berlin ist es, (städtischen) Unternehmen, Organisationen und Bürgern der Stadt einen vertrauenswürdigen Zugriff auf städtische und öffentliche Daten zur gemeinsamen Gestaltung der städtischen Prozesse und Abläufe zu bieten. Es sollen öffentliche und ggfs. kommerzielle, aktuelle, kontextsensitive Daten über städtische Infrastrukturen und Ressourcen einer Stadt als auch akkumulierte Informationen bereitgestellt werden, um aktuelle Situationen in der Stadt transparent zu machen, Entscheidungen zu ermöglichen bzw. nachvollziehbar zu machen. Die (städtischen und stadtnahen) Unternehmen und Bürger können so aktiv bei der Bereitstellung und Nutzung der Daten und Informationen beteiligt werden: die Plattform der City Data Cloud Berlin ermöglicht eine effiziente Bereitstellung, Analyse und Weiterverarbeitung der städtischen Daten in Diensten und Applikationen, so dass eine offene Atmosphäre zur Arbeit zu und mit den Daten und Informationen im Interesse der Stadt entsteht.

Das ist interessant, wird hier doch eine “Plattform City Data Cloud Berlin” angekündigt. Diese steht in direktem Zusammenhang mit dem App4Berlin-Wettbewerb. Zur Erinnerung: Fokus hatte eine Liste mit Berliner Datenquellen zusammengestellt, bei denen jedoch wichtige Informationen, etwa zu den Nutzungsbedingungen fehlten. Deshalb hatten wir die Aktion Datenpaten gestartet, um genauere Informationen zu den einzelnen Datenquellen zusammenzutragen.

Zum Wettbewerb Apps4Berlin habe ich mich gestern kritisch geäussert, weil dieser zwar dem Namen nach an Apps4Democracy anknüpft, im Berliner Konzept aber bisher offene Daten keine Rolle spielen. Meine Kritik hier noch mal kurz zusammengefasst:

Ein Apps-Wettbewerb ohne Datenbasis ist wie ein Fussballspiel ohne Rasen: es fehlt die Grundlage. Dass man den Bezug zu Apps4Democracy dennoch herstellt zeugt entweder von fehlendem Verständnis oder es soll einfach ein guter Begriff kooptiert werden. Ich denke es ist nicht unsere Aufgabe jede Initiative in Deutschland zu bejubeln die sich irgendwo “Open Data” oder “Open Government” aufs Etikett schreibt. Vielmehr ist es unsere Aufgabe die Öffnung von Staat und Verwaltung konstruktiv aber auch kritisch zu begleiten.”

Wir werden also weiter beobachten wohin sich Apps4Berlin und die City Data Cloud Berlin entwickeln. Ob dabei tatsächlich ein Datenportal für offene Daten der Stadt Berlin entsteht bleibt ebenso zu hoffen wie abzuwarten.

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