Berlin Open Data Day

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Koproduktion von Daniel Dietrich und Michael Hörz.

Daten für die Allgemeinheit freigeben, Behörden transparenter machen – dafür steht Open Data. Verglichen mit anderen Ländern liegt Deutschland da zurück. Die Berliner haben gemeinsam einen Schritt zu mehr Open Data gemacht: mit einem Aktionstag. Dem Berlin Open Data Day (BODDy) am 18. Mai 2011.

Die eigentlichen Helden des Berlin Open Data Day sind neben Frau Witt und Herrn Both, aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, alle Beteiligten der Aktionsplattform Berlin Open Data. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern der Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft und ist damit ein Beispiel für gelebtes “Open Government“. Der BODDy (nein – ich mag den Hashtag wirklich nicht) war ein voller Erfolg, das Interesse war so groß, dass wir irgendwann die Teilnehmerliste (+100) schliessen mussten, weil einfach mehr nicht in den Raum gepasst hätten. Positiv war auch, das so viele Leute aus der Berliner Verwaltung da waren.

Besonders interessant war auch, dass der IT-Staatssekretär IT-Staatssekretär des Landes Berlin sich als ausdrücklicher Open-Data-Fan herausstellte. Ulrich Freise betonte in seiner Einführung, “das bisherige Verwaltungshandeln war geprägt von Amtsverschwiegenheit, Amtsgeheimnis”. Er macht sich gerade daran, das zu ändern, auch weil er den Ansatz unterstützt, dass “die Daten den Menschen gehören”. Freise möchte technische und organisatorische Rahmenbedingungen schaffen, die unabhängig von aktuellen politischen Änderungen weiterbestehen.

Ein ebenfalls schöne Sache war, dass Friedrich Lindenberg nun direkt zum Open Data Day den Berliner Haushalt als Visualisierung auf offenerhaushalt.de vorstellen konnte. Und vor allem die Tatsache, dass er die Daten durch Wolfgang Boths Vermittlung bekommen hat. Eine solche Kooperation wäre vor einem Jahr ziemlich undenkbar gewesen!

Bei der umfangreichen Werkschau interessanter Open-Data-Projekte in Berlin und Deutschland erfuhren die Anwesenden von Dingen oder Details, die ihnen vorher nicht bekannt waren. Etwa bei Katharina Froschs Präsentation zu der Seite mundraub.org, über die Bürger Obst auf öffentlichen Gelände finden können, das sonst  verkommen würde. Daraus haben sich inzwischen schon eigene Führungen und eine Streuobstmosterei entwickelt. Und quasi nebenbei erfuhr man bei Frank Boës Ausführungen zum Content Management System von berlin.de, dass auf den Seiten der Stadt dargestellte Tabellen mit ein paar zusätzlichen Parametern auch in verschiedenen anderen Formaten abrufbar sind. Das ist für diejenigen, die Rohdaten für Apps benötigen, eine erhebliche Arbeitserleichterung.

Eine Open-Data-Agenda für Berlin

Zum Langfristigen: Die Aktionsplattform hat mit der Berliner Open Data Agenda einen Vorschlag gemacht, wie die Stadt Berlin ihre Daten öffnen sollte. Wir laden alle herzlich ein, die Agenda zu kommentieren und zu unterzeichnen. Wie freuen uns ebenso auf viele neue Mitstreiter, ihr könnt euch hier auf die gemeinsame Mailing-Liste eintragen.

Auch wenn manche etwas neidisch nach Wien schauten, wo gerade am Vortag der offizielle Datenkatalog der Stadt eröffnet worden war und man natürlich fragen kann, wie es dort gelungen ist ein solches Projekt in wenigen Monaten umzusetzen während man in Berlin noch an aufwendigen Konzepten arbeitet, bleibt zu hoffen, dass es jetzt in Berlin voran geht mit dem Thema Open Data. So das wir bald nicht mehr nur darüber reden wie “sexy” offene Daten sind, sondern die Daten der Stadt Berlin tatsächlich offen für jedermann für jegliche Zwecke ohne Zahlung von Gebühren nutzbar sind!

Die Tagesordnung findet ihr auf berlin.opendataday.de, die einzelnen Präsentationen und Vorträge laden wir gerade noch hoch.

Hier schon einmal Daniels Präsentation.

Fotos (CC) vom Open Data Day gibt es auf Flickr.

Presse

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