White Paper: Plädoyer für eine Open-Government-Offensive in Deutschland

Es ist mal wieder soweit: Es gibt ein weiteres Whitepaper zum Thema Open Government, diesmal von Bearing Point. Aus der Einleitung:

Open Data und Open Government sind aktuell in aller Munde, jedoch lässt die Entwicklung zu einem gemeinsamen Verständnis und zur praktischen Umsetzung auf sich warten. Das wesentliche Ziel von Open Government ist die Öffnung von Politik und Verwaltung gegenüber Bürgern und Wirtschaft, die Umsetzung fokussiert auf drei Leitgedanken:

  • Transparenz, um die Motive staatlichen Handelns nachvollziehbar zu machen,
  • Kooperation von staatlichen Stellen mit Bürgern und Wirtschaft im Sinne einer wirklichen Zusammenarbeit und
  • Partizipation, d.h. die konkrete Mitwirkung von Bürgern, Wirtschaft und Gesellschaft bei staatlichen (Entscheidungs-)Prozessen.

Open Government ist ein zeitgemäßer, ganzheitlich strategischer Ansatz, der Politik, Verwaltung und Gesellschaft viele Vorteile bietet. Nicht umsonst ist Open Government bereits Teil von Regierungsprogrammen und Thema im IT-Planungsrat von Bund und Ländern.

Das ist natürlich alles nicht wirklich neu oder innovativ. Auch der in Abschnitt 6. formulierte “Praktischer Open Government-Fahrplan für Deutschland” kommt einem irgendwie bekannt vor. Dort werden folgende 4 Handlungsansätze empfohlen:

  • Positionspapier bzw. Strategie „Open Government“
  • Ein Positionspapier, eine Strategie oder eine Erklärung hat eine initiale Botschaft und erreicht oft hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Die hierdurch kommunizierte Position zum Thema Open Government dient der Eröffnung des Dialogs mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren und definiert den weiteren Handlungsrahmen.

  • Mobilisierung von internen „Change Agents“
  • Im ersten Schritt muss verwaltungsinternes Potenzial genutzt und ausgebaut
    werden. Verwaltungsmitarbeiter sollen ggf. an Web 2.0 herangeführt oder zum
    Projekteinsatz motiviert werden. Dieser Schritt zeigt der Öffentlichkeit konkrete
    Handlungsbereitschaft. Spürbare Veränderungen durch die interne Mobilisierung
    sind jedoch eher mittelfristig zu erwarten.

  • Offener Dialog zur Open Data-Initiative
  • Zur Vorbereitung und Initiierung einer nationalen Open Data-Initiative bzw. einer Initiative auf Landes- oder kommunaler Ebene sollte die Zusammenarbeit mit
    zivilgesellschaftlichen Akteuren (Wissenschaft, Wirtschaft, NGOs, Initiativen etc.)
    aufgenommen werden. Gemeinsam können erste Maßnahmen zur Bereitstellung
    öffentlicher Daten identifiziert, auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und geplant
    werden. Dabei sollte eine nachhaltige Zusammenarbeit und die Etablierung eines
    regelmäßigen Austauschs angestrebt werden.

  • Apps-Wettbewerb, z.B. “Apps for Democracy”
  • In einen öffentlichen Programmierwettbewerb können zivilgesellschaftliche Akteure und Experten aus Wissenschaft oder Wirtschaft eingebunden und eine übergreifende Zusammenarbeit etabliert werden. Dieses Vorgehen hat sich international bewährt. Das zu erwartende Engagement im Wettbewerb führt innerhalb kurzer Zeit zur
    Entwicklung kostengünstiger und moderner Software für Verwaltungsthemen.
    Anwendungsentwicklungen (Apps) sollen die Visualisierung und Auswertung der
    im Zuge von Open Data veröffentlichten Daten ermöglichen und somit Mehrwert
    schaffen. Zudem wird nachhaltig hohe Aufmerksamkeit erzeugt.

    Das White paper kann hier herunter geladen werden.

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