Opendata Network und KT zu Guttenberg

Die Nachrichtenagentur dapd hat gestern (18. Januar 2012) einen kleinen Artikel über das geplante Gespräch des Berliner Angehörigen der Piratenpartei Stephan Urbach mit dem neuen EU-Berater für Netzfreiheit Karl-Theodor zu Guttenberg verbreitet. Unter der Überschrift „EU-Berater Guttenberg und Internet-Szene nähern sich an“ wurde neben Zitaten aus dem Blog von Stephan Urbach auch ich als Vorsitzender des ODN im folgenden Zusammenhang zitiert:

“Unterdessen zeigte sich auch das deutsche Open Data Network zu Gesprächen bereit. Dessen Vorsitzender Stefan Gehrke hatte im Dezember noch moniert, Guttenberg sei in der Vergangenheit nicht gerade als Netz- oder Menschenrechtspolitiker aktiv gewesen. Ein Treffen wolle er aber nicht ausschlagen, sagte Gehrke am Mittwoch: “Uns geht es darum, die Sache voranzubringen, und das sollte man mit den Menschen besprechen, die für die Themen zuständig sind.”

Ich möchte dazu ein paar Dinge klarstellen, um Missverständnissen oder Fehlinterpretationen (die schon die Runde machen) vorzubeugen:

Es gibt kein Treffen zwischen Vertretern des ODN mit Karl-Theodor zu Guttenberg und dieses ist auch nicht geplant. Die Frage von dapd lautete:

„Wie seht ihr im Open Data Network das denn: Müsst, wollt und werdet ihr mit KTG ins Gespräch kommen – von allen Vorbehalten zu seiner Personalie abgesehen?“

Meine schrifltiche Antwort an dapd lautete:

“Bis jetzt hat das Opendata Network noch keine Gesprächsanfrage von Herrn zu Guttenberg erhalten. Wenn sie käme, würden wir sie selbstverständlich annehmen. Uns geht es darum, die Sache voranzubringen, und das sollte man mit den Menschen besprechen, die für die Themen zuständig sind. Das ist für die EU nun unter anderen auch Herr zu Guttenberg. Im Gegenteil freuen wir uns darüber, wenn unsere Expertise auch von Politikern gefragt ist.”

Dazu stehe ich natürlich weiterhin. Das ODN versteht sich als eine überparteiliche Beratungsorganisation für Politik und Verwaltung, die die Diskussion um offene Daten, Transparenz, Open Government und Partizipation weiterbringt und diese kritisch beobachtet und kommentiert. In diesem Sinne halte ich es für notwendig, dass wir offen für Gespräche mit allen relevanten Stakeholdern sind. Das ist nun auch als ein weiterer unter vielen Herr zu Guttenberg. Zugegeben, er hat zur Zeit einen zweifelhaften Leumund und seine Expertise in den o.g. Themen ist mir auch noch nicht klar. Aber falls es dazu kommen würde, würde ich es immer bevorzugen, mir ein eigenes Bild von der Person und seinen An- und Absichten zu machen. Dann kann man entscheiden, ob es eine weitere Zusammenarbeit gibt und wie diese aussehen könnte.

Aber sich von vornherein einem Gespräch verschließen, deckt sich nicht mit meinen Vorstellungen von Offenheit eines Netzwerks wie dem Opendata Network.

Machen wir doch Nägel mit Köpfen: Ich lade hiermit Karl-Theodor zu Guttenberg, Stephan Urbach und weitere dazu ein, auf einer öffentlichen Veranstaltung über die relevanten Themen zu diskutieren, sich den Fragen und Anregungen der Zuschauer und –hörer zu stellen und somit jedem die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild zu machen.

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