Gründung des deutschen Zweiges der Open Knowledge Foundation (OKFN)

Am 6. Mai 2010 werden wir, im Rahmen des Leipziger Semantic Web Tages, mit einer feierlichen Gründungszeremonie den deutschen Zweiges der Open Knowledge Foundation ins Leben rufen. Dazu möchte ich Sie herzlich einladen.

Die Open Knowledge Foundation (OKFN) ist eine  internationale, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation die sich seit ihrem Bestehen 2004 für den freien und uneingeschränkten Zugang zu “offenem“ Wissen im digitalen Zeitalter einsetzt. Mit der Gründung des deutschen Zweiges der OKFN möchten wir hierzulande Projekte und Veranstaltungen zu Open Knowledge, Open Access, Open Data und Open Government in enger Zusammenarbeit mit dem Open Data Network und anderen Organisationen und Institutionen initiieren und fördern, die sich für die Offenheit unserer Wissensgesellschaft einsetzen.

Ein besonderer Höhepunkt des LSWT 2010 ist die feierliche Gründungszeremonie des deutschen Zweiges der Open Knowledge Foundation (OKFN). Die Gründungszeremonie der OKFN Deutschland wird durch den Informationswissenschaftler und UNESCO-ORBICOM Lehrstuhlinhaber Professor Rainer Kuhlen mit dem Vortrag „Ohne offenes Wissen keine informationelle Selbstbestimmung“ unterstützt.

Wenn Sie sich für die Arbeit der OKFN in Deutschland interessieren können Sie sich hier in unsere offene Mailing-Liste eintragen. Auf unserer Webseite werden wir über unsere Aktivitäten in Deutschland berichten und in unserem Wiki Veranstaltungen und Projekte gemeinsam planen und dokumentieren. Darüber hinaus würden wir uns sehr freuen Sie als Gründungsmitglied der OKFN Deutschland am 6. Mai in Leipzig begrüßen zu können. Derzeit koordinieren wir die Vorbereitungen für die Gründungszeremonie in diesem gemeinsamen Online-Dokument. Bitte tragen Sie dort Ihren Namen ein wenn Sie Gründungsmitglied der OKFN Deutschland werden wollen.

Bei Interesse oder Fragen schicken Sie bitte einfach einen Mail an: okfn-de [at] lists.okfn.org

Herzlich Ihr Daniel Dietrich
Offizieller Repräsentant der OKFN Deutschland

Leipziger Semantic Web Tag – Vom Web der Dokumente zum Web der Daten

Der Leipziger Semantic Web Tag 2010 (LSWT), der vom Institut für Informatik der Universität Leipzig organisiert wird, veranschaulicht in Vorträgen die Möglichkeiten semantischer Technologien und zeigt konkrete Anwendungsszenarien für Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Verwaltung auf. Daneben bietet der LSWT wieder zahlreiche Möglichkeiten zum informellen Erfahrungsaustausch und Networking.

Zeit: 06.05.2010, von 9 Uhr bis 18 Uhr
Ort: Mediencampus Villa Ida Poetenweg 28

Der LSWT wird von der Forschungsgruppe Adaptive Knowledge Engineering & Semantic Web (AKSW) am Institut für Informatik in Zusammenarbeit mit den Leipziger Unternehmen Netresearch, BI-Web und Ebrosia organisiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des WK-Potenzial-Projektes LE4SW der Initiative Unternehmen Region unterstützt.

“Mit der zunehmenden Vernetzung von Daten im Web gewinnt die Semantic Web Initiative immer mehr an Fahrt.”, sagt Prof. Klaus-Peter Fähnrich von der Abteilung Betriebliche Informationssysteme am Institut für Informatik der Universität Leipzig. Dr. Sören Auer von der Forschungsgruppe AKSW ergänzt: “Diese Erweiterung des Webs der Dokumente um ein Web der Daten birgt, wie die Projekte DBpedia, Semantische Wikis oder OpenStreetMaps zeigen, ein enormes Potenzial.”

Beim diesjährigen LSWT stehen vor allem der Einsatz semantischer und Linked Data Technologien im Unternehmen sowie auch Open Governmental und Scientific Data im Fokus. Zu den Vorträgen gehören u.a.:

  • Das Linked Environment Data Projekt des Umweltbundesamts
  • Der Professorenkatalog – Geschichtswissenschaft auf Basis semantischer Technologien
  • Fish Base: offene Daten zur Meeres-Biodiversität
  • Anwendung semantischer Technologien im Mediensektor Operationaler Einsatz semantischer Technologien bei einem juristischen Fachverlag
  • DBpedia Live
  • Open Government Data in Deutschland
  • Ontologiebasiertes Mapping der Begriffswelt des Kunden auf die Fachdomäne im Beschwerdemanagement der Deutschen Telekom

Das Vortragsprogramm sowie weitere Informationen sind unter http://aksw.org/LSWT zu finden. Außerdem finden Sie hier die Möglichkeit, eigene Vorschläge einzureichen sowie sich für den LSWT anzumelden.

Related posts:

  1. OKFN Deutschland gegründet: Für offenes Wissen für Gesellschaft und Wissenschaft
  2. Open Knowledge Conference (OKCon) 2010
  3. Definition: Offenes Wissen

Veröffentlicht in offenes Wissen, OKFN, Open Knowledge, Open Knowledge Foundation, Opendata Network, Termine | Kommentieren

Introducing the PSI Catalogues Aggregator

Professor Nigel R. Shadbolt has just launched an amaizing porject on open government data with his two colleagues Dr Manuel Salvadores and Christos L. Koumenides. The work is being undertaken in the wider context of the EnAKTing project: The PSI Catalogues Aggregator – Portal

This portal aims to bring together our research and lessons learned from developing a global Public Sector Information (PSI) locator system. Our aim with this website is to assemble a platform for integrating several PSI catalogues that we have identified and downloaded from the Web. With an integrated environment we can execute global/federated searches, navigate the catalogues, and retrieve records regardless of origin.

In the process of “getting there” we are also able to make some general assertions about the contents of these catalogues (i.e. how often is information being published? who are the main publishers in each country? what types of data are being published?). Please use the – Federator – and – Analyzer – boxes to get more info about our work and some cool uris.

Module 1 – Global Retrieval Description

Our primary goal is to investigate the challenges and potentials of a semantically integrated Public Sector Information (PSI) locator service. Our schema integration approach involves the development of a uniform interface – mediated schema – that captures the core concepts of a PSI catalogue. A mediated schema will act as a central hub for training alignment classifiers and matching our catalogues of PSI.

Module 2 – Statistical Analyzer Description

Part 2 of our experiments involves the analysis and correlation of comparable statistics across the PSI catalogues we harvested. Results from such analysis enable us to make general assertions about the contents of the catalogues.

Related posts:

  1. Introducing the Cycle of Transparency
  2. Warum wir Daten verlinken müssen
  3. MashupAustralia: Australien macht große Schritte in Sachen Open Government

Veröffentlicht in Linked Data, Open Data, RDF, Semantic Web | Kommentieren

Umsetzung der Open Government Directive (II): Die NASA

Im zweiten Teil meiner kleinen Serie zur Umsetzung der Open Government Directive in den USA möchte ich mich mit der NASA beschäftigen. Wie auch die Initiative des Gesundheitsministeriums wurde der Open Government Plan der NASA überwiegend positiv aufgenommen.

Die „Flagship Initiatives“ des Open Government Plans kurz zusammengefasst:

Open Source Software development: Die NASA möchte Open Source Software gemeinsam mit der Community entwicklen, um einen breiteren Kreis an den technologischen Fortschritten der NASA teilhaben zu lassen und gleichzeitig selber vom Wissen der Community profitieren. Open Source Software soll den Austausch mit anderen Institutionen vereinfachen.

Cloud Computing: Mit NASA Nebula wurde das erste und bislang einzige Cloud Computing Programm der US-Regierung vorgestellt. Nebula soll es NASA Wissenschaftlern ermöglichen, Informationen ohne großen Aufwand mit der Öffentlichkeit zu teilen. NASA Nebula ist sehr leistungsstark, so kann es z.B. mit deutlich größeren Datenmengen umgehen als das größte kommerzielle Cloud Computing Angebot, Amazons EC2.

Das NASA Participatory Exploration Office soll einen breiten und umfassenden Diskurs mit der Öffentlichkeit darüber zulassen, welche Informationen von der NASA bereitgestellt werden sollen. Im Sinne von „Open Innovation“ Prozessen können Nutzer nicht nur Forschungsergebnisse lesen und kommentieren, sondern werden im Laufe der Zeit auch die Möglichkeit haben, ihre Expertise in laufende Forschungsprojekte mit einzubringen.

NASA TV: Nasa TV wurde ursprünglich zur Überwachung der eigenen Space Shuttle Missionen sowie zur Koordinierung der Arbeit auf der Internationalen Raumstation ISS eingesetzt. Mittlerweile können Amerikanerinnen und Amerikaner Pressekonferenzen und Missionen über Kabel und Satellit verfolgen, auch im Internet können Live-Streams abgerufen werden. Innerhalb eines Jahres soll das Angebot auf HD-Qualität verbessert werden und eine Video-On-Demand Plattform im Netz eingerichtet werden.

Centennial Challenges: im Rahmen des ‘Centennial Challenges’-Programms werden innovative Projekte ausgezeichnet, die technische Porbleme lösen. Das Programm besteht bereits seit längerer Zeit (schon 7 Preise wurden vergeben), soll aber noch weiter ausgebaut werden. Die Bereitstellung der Informationen und der Coud Computing Plattform können zudem die Einstiegshürden verringern.

Bewertung:
Die NASA hat mit dem Plan ein sehr weitreichendes Konzept präsentiert. So bietet sie als einzige Regierungsstelle eine Open-Source-Cloud Anwendung an. Naturgemäß richten sich die meisten Angebote in diesem Beispiel an Wissenschaftler, die zu einer erweiterten Kooperation mit der NASA aufgerufen werden. Aber auch Bürgerinnen und Bürger erhalten weit mehr Informationen über die NASA als zuvor.

Open Data und Open Government als Überlebensstrategie:
Es stellt sich die Frage, warum die NASA so weitgehend kooperiert hat. Ich denke, dies hängt damit zusammen, dass die Agentur in den letzten Jahren, insbesondere seit dem Amtsantritt von Präsident Obama, unter erheblichem finanziellen Druck steht. So wurde z.B. eine weitere bemannte Mondmission gestrichen, auch andere große Projekte lassen sich angesichts der großen Verschuldung und der wirtschaftlichen Probleme der USA zur Zeit politisch nicht rechtfertigen. Wenn sie nicht kooperiert hätten, so hätten ihnen weitere Budget-Kürzungen gedroht, die sie wohl nur schwerlich verkraftet hätte. Die beste Möglichkeit für die NASA im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs positiv wahrgenommen zu werden besteht darin, Informationen mit diesen Gruppen zu teilen und die Faszination ihrer Arbeit zu vermitteln. Nur darüber kann in den nächsten Jahren eine Argumentation für neue, spektakuläre Missionen sowie politischer Druck aufgebaut werden.

Related posts:

  1. Die Umsetzung der Open Government Directive (I): Gesundheitspolitik
  2. US Open Government Direktive
  3. Open Government & Open Data im Landeswahlprogramm der NRW SPD

Veröffentlicht in NASA, Open Data, Open Government, Transparenz | Kommentieren

8 Open Government Data Prinzipien Vol. 5 – “Maschinenlesbar”

In den USA hat die Open Government Arbeitsgruppe bereits ende 2008 die 8 Open Government Data Prinzipien für offene Regierungsdaten formuliert. Um die deutsche Regierung und deutsche Behörden bei der Öffnung der Daten zu unterstützen haben wir die Argumente ins deutsche übersetzt und präsentieren euch in loser zeitlicher Abfolge, 8 Thesen zu den Open Government Data Prinzipien. In der fünften Ausgabe dieser Reihe “Open Government Data Prinzipien” geht es diese Woche um die

These 5 – Maschinenlesbar

Die Bereitstellung maschinenlesbarer Daten fordert Punkt fünf der Open Data Principles. Der Ruf nach standartisierten Datenformaten resultiert aus der Tatsache, dass Daten die nicht für eine automatisierte Verarbeitung strukturiert sind, sprich Daten in einem für Maschinen nicht nutzbaren Format, in aller Regel für den normalen Bürger nicht zu verwerten sind.
An dieser Stelle setzt Punkt fünf der Open Data Prinzipien an. Denn Daten können meist erst dann von den Bürgerinnen und Bürgern sinnvoll genutzt werden, wenn sie in gängigen Formaten zur Verfügung stehen. Hierdurch soll nicht nur die Auswertung von Daten nach eigenen Kriterien gewährleistet werden sondern auch eine beliebige Verknüpfung und Weiterverwertung, inbesondere im Bereich der Programmierung.

Stehen Daten in nicht maschinenlesbaren Formaten zur Verfügung, ist es oftmals der Fall, dass diese mühsam per Hand eingeben werden müssen um ein gewünschtes Resultat zu erzielen. So bietet das ZDF beispielsweise eine preisgekrönte Anwendung an, die die Abstimmungsergebnisse der Bundestagswahl visualisiert, allerdings werden die entsprechenden Daten nicht automatisiert eingepflegt sondern müssen von Mitarbeitern per Hand eingetragen werden.
Standartisierte und maschinell lesbare Formate würden diesen Missstand beheben und sprichwörtlich eine Nutzung der Daten für Jedermann zulassen.

Die 8 Open Government Data Prinzipien

1. Vollständigkeit
Alle öffentlichen Daten werden verfügbar gemacht. Als Öffentliche Daten werden hierbei Daten verstanden, die nicht berechtigten Datenschutz-, Sicherheits- oder Zugangsbeschränkungen unterliegen.

2. Primärquelle
Die Daten werden an ihrem Ursprung gesammelt. Dies geschieht mit dem höchstmöglichen Feinheitsgrad, nicht in aggregierten oder sonstwie modifizierten Formaten.

3. Zeitnah
Daten werden so zügig, wie zur Werterhaltung, notwendig zur Verfügung gestellt.

4. Zugänglich
Daten werden so vielen Nutzern wie möglich für möglichst viele Verwendungszwecke bereit gestellt.

5. Maschinenlesbar
Daten werden zur automatisierten Verarbeitung strukturiert zur Verfügung gestellt.

6. Nicht diskriminierend
Daten sind für Alle verfügbar, ohne dass eine Registrierung notwendig ist.

7. Nicht proprietär
Daten werden in standardisierten Formaten bereit gestellt, über die keine juristische Person die alleinige Kontrolle hat.

8. Lizenzfrei
Daten unterliegen keinem Urheberrecht, Patenten, Markenzeichen oder Geschäftsgeheimnissen. Sinnvolle Datenschutz-, Sicherheits- und Zugangsbeschränkungen sind zulässig.

Die Einhaltung dieser Prinzipien ist überprüfbar.

Related posts:

  1. 8 Open Government Data Prinzipien Vol. 4 – “Zugänglich”
  2. 8 Open Government Data Prinzipien Vol. 3 – “Zeitnah”
  3. 8 Open Government Data Prinzipien Vol. 2 – “Primärquelle”

Veröffentlicht in Maschinenlesbar, Open Data, Open Data Principles, Open Government Data | Kommentieren

Alle wollen Open Data!

Ein neuer Bericht zum Nutzungsverhalten amerikanischer Erwachsener zeigt: Open Government Data ist nicht etwas für wenige, technikverliebte Menschen, sondern erreicht 40% der befragten Nutzer.

Am beliebtesten ist das Angebot von recovery.gov. Auf dieser Seite können Nutzer nachvollziehen wie das Geld aus den Konjunkturpaketen ausgegeben wird. 23% der Befragten gaben an dies schon einmal getan zu haben.

22% der User lesen Gesetzestexte bzw. -vorschläge im Internet. 16% Nutzen das Angebot von Data.gov um sich direkte, ungefilterte Informationen zu verschaffen.

Immerhin 14% überprüfen im Internet von welchen Personen oder Organisationen / Firmen ihre lokalen Abgeordneten Spenden erhalten.

Weitere Ergebnisse dieser Arbeit: Ungefähr ein Drittel der Befragten nutzen Blogs, Soziale Netzwerke und Videoplattformen um sich über Politik zu informieren und ihre Meinung mit anderen auszutauschen . Auffällig hierbei ist, dass Minderheiten, die das Internet bislang weniger für diese Zwecke genutzt haben, dies nun fast so häufig tun wie „weiße“ Amerikaner.

Die Studie wurde vom Pew Internet & American Life Project durchgeführt, Mehrfachnennungen waren möglich.

Die Untersuchung zeigt sehr deutlich: Wenn es gute staatliche Angebote im Internet gibt, so werden diese auch genutzt. Die Befragung wurde abgeschlossen bevor die neuen Angebote zur Umsetzung der Open Government Directive veröffentlicht wurden (Untersuchungszeitraum: 30 November bis 27 Dezember 2009).

Open Government und Open Data haben also ein großes Potenzial und sprechen offensichtlich nicht nur einige wenige Nerds an. Umso mehr drängt die Zeit für mehr Open Data in Deutschland.

Related posts:

  1. Der erste Open Data Hackday – eine Bilanz
  2. 8 Open Government Data Prinzipien
  3. 8 Open Government Data Prinzipien Vol. 2 – “Primärquelle”

Veröffentlicht in Open Data, Open Government, Transparenz | Kommentieren

Open-Data-Serie über Parteispenden bei ZEIT online Teil 1

Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei Kooptech, die Autorin ist Christiane Schulzki-Haddouti, wir danken für die freundliche Genehmigung zur Zweitverwertung.

Heute (19. April 2010, Anmerkung der Redaktion) ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie zu Partei-Großspenden bei ZEIT online erschienen. Gemeinsam mit Frank Behrend, Gründer und Inhaber der Managementberatung ELIQOS, habe ich die vom Bundestag veröffentlichten Daten in den letzten vier Wochen aufbereitet und auf verschiedene Weise ausgewertet.

Der erste, heute erschienene Teil setzt die Großspenden, also die Zahlungen über 50.000 Euro aus den Jahren 2002 bis 2009, auf eine Zeitleiste. Wir haben außerdem die einzelnen Spender verschiedenen Branchen zugeordnet – und uns dabei an der Klassifikation des Bundesamts für Statistik sowie der Max-Planck-Studie über Parteispenden von Martin Höpner orientiert.

Die Leser können selbst die Daten mit Hilfe der Google-Bewegungschart analysieren und kommentieren. Für den Artikel hat die Grafikabteilung von ZEIT online die Zahlen noch einmal in eigenen Grafiken dargestellt, zum Beispiel so:

Der Nachteil am Google-Gadget, die auf Gapminder beruhende Bewegungschart, liegt nämlich an seiner unveränderlichen und leider unverständlichen Grundeinstellung, die man erst einmal über drei Handgriffe ändern muss. Das macht es für publizistische Zwecke leider nahezu unbrauchbar, obwohl ich seine Zeitleistenfunktion für vergleichsweise besser halte. Außerdem lässt es sich nicht einbetten!!

Wie die Anpassungen zu bewerkstelligen sind, habe ich in einem eigenen Artikel kurz beschrieben, der auch die Links zu den einzelnen Bewegungscharts enthält:

1. Aufschlüsselung der Spenden nach Empfängern beziehungsweise einzelnen Parteien.

2. Aufschlüsselung der Spenden nach Empfängern beziehungsweise Parteien, wobei CDU und CSU in einem Posten zusammengefasst sind.

3. Aufschlüsselung der Spenden nach Spendern beziehungsweise Branchen.

In Teil 2 unterwerfen wir die Daten aus den Jahren 2002 bis 2010 einer Netzwerkanalyse mit Hilfe von Touch Graph. Dafür haben wir die Spendernamen vereinheitlichen müssen – etwa “Allianz AG” und “Allianz SE” zu “Allianz”, damit die Beziehungen klar ersichtlich sind. Leider können wir hier das Tool nicht online zur Verfügung stellen, da dies erhebliche Lizenzzahlungen nach sich gezogen hätte. Aber vielleicht finden wir für ein anderes, nächstes Thema dafür eine Alternative.

In Teil 3 stellen wir die Ergebnisse einen Crawls vor. Wir haben alle einschlägigen Websites von Großspendern in einen Crawler gefüttert, der dann nach ein paar Tagen stiller Arbeit in einer Grafik anzeigt, welche Spender mit anderen verbunden sind. Das Ergebnis ist ein wenig überraschend. Mehr möchte ich hier aber noch nicht verraten. Da dieser Teil weniger von journalistischem, denn wissenschaftlichem Interesse ist, wird er hier im Blog erscheinen.

Weitere mögliche Schritte könnten darin bestehen, nun auch die Rechenschaftsberichte der Parteien nach den Spenden über 10.000 Euro auszuwerten. Diese betreffen aber bislang nur den Zeitraum bis 2007, da hier bis heute keine unverzügliche Veröffentlichungspflicht besteht. Auch könnte man die Spenderdaten mit den Daten der Monpolkommission in Verbindung setzen und so Beziehungen über die Kapitalflüsse definieren.

Zum Schluss für KoopTech noch ein kleiner Bonus: Die Namen der Spender habe ich in Wordle gefüttert – und heraus kam dabei folgende Grafik:

Kurze Zusammenfassung des Artikels bei Zeit online (von Hauke Johannes Gierow):

Der Artikel von Christiane Schulzki Haddouti zeigtdie Chancen von Datenjournalismus sehr gut auf. So konnte Sie z.B. die allgemeine Vermutung bestätigen, dass in Wahljahren deutlich mehr gespendet wird als in “normalen” Jahren, und dass dies insbesondere auf die Parteien des “bürgerlichen” Lagers zutrifft. Außerdem zeigt Sie in Ihrem Artikel, dass die Finanzindustrie, insbesondere auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise, einen sehr hohen Teil des Spendenaufkommens auf sich vereinigt. Zum vollständigen Artikel bei Zeit online gehts hier.

Dieser Artikel ist in dieser Form zuerst erschienen bei Kooptech, die Autorin ist Christiane Schulzki-Haddouti, wir danken für die freundliche Genehmigung zur Zweitverwertung.

Related posts:

  1. Open Data Serie über Parteispenden (II): Netzwerkanalyse mit Daten über Großspender
  2. Für mehr Transparenz bei Parteispenden in Deutschland
  3. Do it Yourself Open Government: Teil I: „community-driven data.gov“ jetzt online

Veröffentlicht in Datenjournalismus, Open Data, Transparenz | Kommentieren

Bericht vom Transparency Camp 2010 der Sunlight Foundation

Mit ein wenig Verspätung hier noch ein kurzer Bericht vom Transparency Camp in Washington, D.C. Ende März, bei dem wir diesmal auch einen Vertreter des Open Data Networks zugegen hatten. Das Transparency Camp ist eine als barcamp (wem das noch nichts sagt: Wikipedia ) organisierte Konferenz der Sunlight Foundation, der größten Open Government-Organisation in den USA. Vor Ort waren vielleicht so etwa 250 Teilnehmer, darunter auch eine Handvoll Besucher aus Übersee, die meisten Anderen kamen aus verschiedenen Teilen der USA, viele Mitarbeiter von Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen, Programmierer, Journalisten und sonstige Open Data-Enthusiasten. Auffallend war: von den S&P500-Unternehmen (wichtigste börsennotierte Unternehmen in den USA) war niemand vertreten. Naja.

Das krasseste Erlebnis kam gleich zu Anfang: eine Vorstellungsrunde mit drei Worten von allen (!) 250 Teilnehmern in gemeinsamer Runde (hat gar nicht so lange gedauert, wie man jetzt denken könnte, und war durchaus sehr erhellend). Sehr amerikanisch. :-) Daneben gab es viele interessante Vorträge, eine Übersicht findet sich im [Wiki http://barcamp.org/Tcamp-Sessions], dort finden sich auch viele Links zu neuen und aktuellen Open Data-Projekten in Amerika, sowie interessante Einblicke und Anregungen, über was gerade so diskutiert wird und wo die Probleme so liegen – aus amerikanischer Sicht. Eine gute Zusammenfassung der Veranstaltung bietet auch dieser Artikel der Washington Post. Ansonsten ist über das TransparencyCamp auch von Teilnehmern im Anschluss der Konferenz schon eine Menge geschrieben worden, eine gute Übersicht erhält man z.B. durch eine Blog-Suche bei Google.

Related posts:

  1. Sunlight Foundation: “Real Time Congress” App
  2. Open Democracy Camp 2010
  3. Sunlight startet Public=Online Kampagne

Veröffentlicht in Konferenz, Sunlight Foundation, Transparency Camp, Transparenz, USA | Kommentieren

Open Government Data in Austria

Historically, transparency has never been our strength – let’s shape
the future.

Transparency and public sector information policy have always been rather infamous topics in Austria. While the USA, UK, Finland, and other Scandinavian countries are opening more and more public data sets in order to promote citizens’ participation and enable new businesses, as an example, transparency databases (e.g. for farm subsidies) have led to hot discussions in Austria. The European PSI directive from 2003 was implemented into national law (IWG – Informationsweiterverwendungsgesetz), however, instead of opening data sets to the public, we are aware of issues where public bodies have violated against the, actually very weak, law by not responding to inquiries. A company which is providing high quality business data, was even sued by the republic for collecting and using data from public databases (OGH decrees 4Ob11/07g, 4Ob35/09i, etc.). On the other hand, many public bodies are sitting on huge data silos, many don’t even have a plan what’s all inside in these silos, some of them collect equal data twice, and most of them are afraid of sharing anything. Unless there are no laws promoting the reuse of open government data sets, risks will be too high for companies to use and benefit from government data.

Open government data initiatives around the world are a big chance to make a change and present success stories and incentives to the public and policy makers. Of course, it will be a question of which data sets to open and what the consequences are. In a workshop with Rufus Pollock we could see, that there are big differences between Austrian and Anglo-american and Scandinavian mentality: before we do something, we think out all possible (bad) consequences. Which is good, but firstly, this might take a while, secondly, we might think of more problems than there will actually turn out, and thirdly, sometimes the overall social benefit will just exceed costs. The evaluation of this total social benefit is of course very difficult, and even more difficult to explain to people. By drawing analogies to other public domain goods such as software and digital music, Rufus Pollock has shown, how this benefit can be estimated [1]. Digital information are resources, which can be copied without any marginal costs. They have to be collected anyway, but the more we make use of them, the better. Another point is the immense creative potential residing in the masses. Crowd sourcing might help politicians to get new ideas from their voters. There are many experts who would never get into politics, but could contribute interesting solutions to ongoing problems. And finally, there are many so-called “professional amateurs” who would provide time and effort to solve issues, combine, fix, analyse, and visualize key data sets or hack out useful applications based on open government data.

The Austrian Agenda

After the first informal meeting of Semantic Web researchers and a few economists in January, we organized a kick-off event on April 8th, whose goal was to bring people together who are interested and committed to start an Austrian Open Data Initiative. We were very happy to get support from Rufus Pollock, who moderated an afternoon workshop, participated in a press conference panel, and held a keynote at the main event. About 55 people have attended the meetup and their feedback was very good and motivating. After the lightning talks in the end, the event lasted from 2pm to 10pm. We’ve also had a great echo in the press. All the results and slides can be viewed on the website of the Zukunftsweb (“future web”) project [2].

Since the meetup we were having lots of discussions with different kinds of people. Today, I met with a parliamentarian from the Austrian people’s party and we discussed about the Austrian situation and what we can do in order to promote the initiative at a political level. We also discussed about kinds of datasets and business cases which are very important to demonstrate what will be possible. I am very excited how our initiative will evolve. Besides having promising use cases and success stories from other countries, one thing seams clear to me: without political support and commitment, it will be a bumpy road to success. Hence, lobbying and opinion making will be one of our major goals in the near future.

Our next meeting will be on May 12th. There, we will create an Austrian OKFN Chapter and a national association. Since we are currently still in the forming phase, we don’t have any appz to show. Applications and websites for traffic information, public transport schedules, bicycle routes, parliamental decisions, etc. are currently provided and maintained by public bodies. As a matter of fact, there is no competition and thus, usability, accessibility, and range of features could be much better in future. I am looking forward to new appz based on open government data and I am sure we will once have an Appz For Democracy contest running in Austria too.

[1] http://www.ippr.org.uk/publicationsandreports/publication.asp?id=482
[2] http://www.zukunftsweb.at/opengovdata

Über die Open Data Bewegung in Östereich wurde auf diesem Blog bereits einmal berichtet, siehe hier.

Related posts:

  1. Best of re:publica im Bereich Open Data / Open Government und Partizipation
  2. Open Government Data Initiative in Österreich gestartet
  3. UK eröffnet Open Government Datastore

Veröffentlicht in Open Data, Open Government, Transparency | Kommentieren

Michael Slaby on Freedom of the Internet

David Weinberger speaks with Michael Slaby about how government uses the web to stay engaged, and some of the policies regarding freedom and the internet that the administration has pursued since taking office. Radio Berkman 149: Freedom of the Internet

In 2008, Michael Slaby served as Chief Technology Officer from Obama for America, and helped with technology policy as the Obama campaign transitioned to an administration. One of the most difficult aspects of the transition has come in trying to keep a huge group of grassroots, web-enabled supporters, after the campaigning is over and the policy making has begun.

Michael Slaby’s recent talk to the Berkman Center. Also see the Video and Transcript of Secretary Clinton’s January 21 speech on internet freedom..

Related posts:

  1. Document Freedom Day
  2. Eine offene Bibliographie für die Internet-Enquete – bitte ergänzen!
  3. Enquete-Kommission: “Internet und digitale Gesellschaft”

Veröffentlicht in Demokratie, Digital Rights, Freedom of speech, Internet, Interview, USA | Kommentieren

Prodromos Tsiavo on licensing open data

A very interesting interview with Dr. Prodromos Tsiavo about the issues of licensing open data and the problem with restrictive licensing at Talis blog:

Opening up data in the scientific community is something that’s become increasingly important, and getting the licensing and rights in order is a matter of urgent attention. With more and more researchers needing more and more data, there is an increased need for there to be clear information on what can be done with which data.

I spoke with LSE Research Fellow Dr. Prodromos (Pro) Tsiavos, who is researching open licensing, data sharing and publishing data in the public sector and who is also a Legal Project Lead for Creative Commons England and Wales. Pro’s main focus has been with the Cultural commons, and we discussed culture-shifts in science, and how the expectation that data are shared and licensed changes the way research may be done in future.

Related posts:

  1. Open Knowledge Conference (OKCon) 2010
  2. Publishing Open Government Data
  3. Open government data in Norwegen

Veröffentlicht in Copyright, Lizenz, Open Data, Open Government | Kommentieren