Es ist schon ein paar Tage her. Auf der re:publica 2008 hat mich damals besonders die Keynote: Nützliches Vergessen “Informationsökologie im digitalen Zeitalter” von Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger beeindruckt. Mit Vanish – ein Peer-to-Peer-basiertes Verschlüsselungssystem bei dem sich die Daten nach einer bestimmten Zeit selbst zerstören bekommt das Thema wieder mehr Aufmerksamkeit.
Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger ist durch seine Forderung bekannt geworden, ein Verfallsdatum für digitale Informationen einzuführen. Im Gespräch mit golem.de erläutert er, wie seine Idee umgesetzt werden könnte. Dabei diskutiert er nicht nur die technischen und rechtlichen Möglichkeiten. Es sei vor allem wichtig, den bewussten Umgang mit persönlichen Daten im Internet und die Medienkompetenz zu fördern. Eine begrenzte Speicherdauer liege dabei nicht nur im Interesse des Einzelnen, sondern auch in dem jedes demokratischen Staates, denn: Solche Datensammlungen sind (…) nur dann eine Wohltat, wenn ich den Zugang in einer demokratischen Grundordnung kontrolliere. Da wir aber nicht garantieren können, dass wir in alle Zukunft eine demokratische Verfassung haben werden.
Hier die Beschreibung zur Keynote: Nützliches Vergessen “Informationsökologie im digitalen Zeitalter” von Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger
Menschen können sich erinnern – und vergessen. Seit Jahrtausenden ist für uns Menschen das Erinnern schwer, und das Vergessen einfach. Die digitale Technologie hat dies umgekehrt. Heute ist es durch kostengünstige Datenspeicher und leichtes Suchen für uns als Einzelne aber auch als Gesellschaft einfach zu erinnern und schwer zu vergessen.
In meinem Vortrag analysiere ich diese gesellschaftliche Verschiebung und den Zusammenhang zu Innovation und Informationsökonomie. In einem zweiten Schritt erläutere ich warum uns diese Entwicklung Anlass zur Sorge sein sollte, und fordere Informations- und Datenökologie. Aber anders als jene die nach neuen Individualrechten und umfassenden rechtlichen Rahmen rufen, schlage ich im dritten Teil meines Vortrages lediglich vor den Automatismus der Speicherung wieder umzudrehen – und zwar mit einer Kombination aus Recht und Technik.
Aktueller Anlass: Erst kürzlich haben Informatiker aus den USA haben jetzt ein System entwickelt, das diese Forderung erfüllt: Es macht Nachrichten nach einem knappen halben Tag für immer unleserlich.
Vanish – ein Peer-to-Peer-basiertes Verschlüsselungssystem macht Daten nach einer bestimmten Zeit unlesbar.
Ein Team von Wissenschaftlern der Universität des US-Bundesstaates Washington in Seattle hat eine Software entwickelt, die Informationen nach einer bestimmten Zeit löscht. So soll es möglich sein, die Kontrolle über Daten, die über das Internet verschickt werden, zu behalten. In einem weiteren Beitrag bei Golem “Vanish – Daten zerstören sich selbst” gibt es ein schönes Zitat von Tadayoshi Kohno sowie ein Video das die Software Vanish vorstellt.
“Für diejenigen, die sich um Privatsphäre sorgen, ist das Internet beängstigend”, sagt der Informatiker Tadayoshi Kohno. “Wenn die Nutzer verstünden, wo und wie ihre E-Mails gespeichert werden, dann wären sie vielleicht vorsichtiger oder würden sie nicht so oft nutzen.” Gehe etwa ein mobiles Gerät verloren, könnten Unbefugte Zugriff auf darauf gespeicherte vertrauliche Mails bekommen. Das von ihnen entwickelte System könne das verhindern.
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